Incognito – Who Needs Love (weitere Kritik)

Die Spielereien mit kühlen House- und Breakbeats haben die Fans von Incognito zuletzt ein wenig verärgert. Bluey Maunick findet aber schon mit den ersten Takten des neunten Studioalbums wieder zur guten Gewohnheit zurück. Zu dem, was die Anhänger so lieben: die ästhetisch vollendete Verschmelzung von Tradition und Gegenwart in Sachen Funk, Soul, Jazz und Club Culture.

Das kennen wir von Incognito-Platten wie „100° and Rising“. Ein Fender Rhodes Piano klingt aber nie langweilig, wenn es so wie im Song „Who Needs Love“ bedient wird. Maunick erfindet sich mit wechselnden Sängerinnen (diesmal Kelli Sae) und Freunden (Paul Weller – remember Style Council?) wieder neu und bewahrt sein eigenes Erbe sowie das von Bands wie Earth, Wind & Fire.

In feinen Perlen lässt Incognito die großartigen Hinterlassenschaften schwarzer Musik immer wieder heranzüchten. Es gibt heute wenig Gehaltvolles, wonach sich so gut tanzen lässt. Denn die 13 Partysongs kommen nicht aus der Mikrowelle, sondern aus dem Backofen! Diese Scheibe ist heiß und wird keinen Musikliebhaber kalt lassen.

Künstler: Incognito | Album: Who Needs Love | Label: Boutique | VÖ: 31. März 2003

Über Torsten Fuchs 523 Artikel
Torsten Fuchs ist ein Experte der Black Music und bereits früh als Redakteur zu rap2soul gekommen. Torsten schreibt CD-Kritiken für mehrere Magazine. Als Moderator war er für JAM FM tätig, zuvor war er auch bereits bei Radio PSR und als Showhost bei MDR Sputnik. Torsten Fuchs ist Mitglied beim Preis der Deutschen Schallplattenkritik e.V. in der Jury für "Hip Hop, Soul, R&B".

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