Various Artists – Bad Boys 2 (Soundtrack)

Kaum ein anderes Black Music Album hat seine Schatten 2003 Jahr soweit vorausgeworfen wie der Soundtrack zur „Bad Boys“-Fortsetzung: „Bad Boys II“. Auch für den Film war die Werbung massiv schon Monate vor dem Kinostart in Deutschland. Wer wie ich den Film gesehen hat, wird mir sicher zustimmen, dass „Bad Boys II“ mal wieder ein Soundtrack ist, der den Namen auch verdient und nicht nur eine zielgruppenkompatible CD, die zum Jahresende genau so gut als Hit-Sammlung hätte erscheinen können. Überwiegend schnell, kräftig, modern und cool passen beide Produkte erstklassig zusammen. Ihr merkt schon, ich hab’ echt Spaß gehabt im Kino.

„Bad Boys II“ ist ein Meisterstück in Sachen Action-Komödie, ein Spektakel, bei dem die Musik stimmig integriert ist. Dank der Überlänge des Films konnte auch eine ordentliche Menge der Songs in dem Streifen eingesetzt werden, ohne dass sich deshalb ein Lied hinter das andere hätte reihen müssen. Ob „Shake Ya Tailfeather“ vom Super-Trio bestehend aus Nelly, P. Diddy und Murphy Lee nun so oft hätte anklingen müssen, darüber lässt sich streiten, aber ein wiederkehrendes „Thema“ ist sonst ja auch nicht ungewöhnlich.

Neben einer handvoll R&B Tracks gehört alles andere auf dieser CD zum Hip-Hop. Zu einem Film wie diesem passt mainstreamiger, radio- und party-tauglicher Sound natürlich am besten, weshalb es für den hohen „Kommerz-Faktor“ [Gibt’s das Wort schon? Na Ihr wisst, was ich meine!] in diesem Fall auch keinen Punkt-Abzug gibt.

Unter Marketing-Gesichtspunkten ist es auch geradezu genial, dass Ober-Bad Boy Sean Combs alias P. Diddy, der auch Executive Producer für den Soundtrack ist, die Namensgleichheit vom Film und dem Namen seiner Firma ausnutzen kann. Noch dazu ist es nach dem Wechsel von Bad Boy Records von Arista zu Universal die erste Veröffentlichung, so dass er gleich mit einem „Hammer“ einsteigen kann.

Auch musikalisch hat er ein Star-Aufgebot auf die Beine gestellt, mit dem man nur gewinnen kann: P. Diddy selbst, Lenny Kravitz, Pharrell Williams von den Neptunes, Loon, Jay-Z, Murphy Lee, Fat Joe, Dr. D r e, Beyoncé, The Notorious B. I. G., 50 Cent, Freeway, Snoop Dogg, Mario Winans, Foxy Brown, Justin Timberlake, Mary J. Blige, Da Band, M. O. P., Sherita Lynch. Nicht jeder mit einem guten Namen liefert hier 1A-Qualität, aber beim „Bad Boys II“ Soundtrack stimmt vor allem die Gesamtmischung; diese CD könnt Ihr vom ersten bis zum letzten Track durchhören. Dafür ist Abwechslung dann kaum vorhanden innerhalb der CD. Macht aber nichts. „Bad Boys II“ überzeugt dennoch auf ganzer Linie.


Künstler: Various Artists | Album: Bad Boys 2 | Label: Bad Boy | VÖ: 14. Juli 2003

1 Trackback / Pingback

  1. Will Smith am Sonntag in “Bad Boys II” auf ProSieben | rap2soul

Kommentare sind deaktiviert.