Deborah Cox – Ultimate Deborah Cox

Wann hören wir in Europa schon mal was aus Kanada? Allerdings hat Deborah Cox auch in den USA (die nicht nur ein ganzes Ende näher dran sind an Kanada, sondern vor allem R&B einen anderen Stellenwert einräumen) nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie meiner Meinung nach verdient.

Die 17 Tracks nutzen die rund 74 min einer normalen CD bis zum Ende aus, was auch das Mindeste ist, was man von einer Best Of-CD erwarten kann. Ob „Ultimate Deborah Cox“ dann tatsächlich das Beste ist, was die Künstlerin zu bieten hat, möchte ich bezweifeln, räume aber gleichzeitig ein, dass ich kein so ganz begeisterter Fan von Dance Music bin. Und da sind wir auch schon bei einem der möglichen Gründe, warum Deborah Cox nicht so berühmt ist, wie sie meiner Ansicht nach sein könnte.

Einerseits ist es klasse, wenn jemand nicht nur in einer stilistischen Schublade aktiv ist, doch andererseits fällt es dann nicht nur der Plattenfirma, sondern auch den Musikhörern schwer, sie stilistisch einzuordnen. Das ist ein Punkt, der nicht unterschätzt werden sollte. Bei aller berechtigten Kritik an der Musikindustrie, sind es doch die Käufer und damit die Kräfte des Marktes, die eine gewisse Positionierung erfordern.

Von sanftem R&B zu angenehm fließenden Midtempo-Grooves weiß Deborah Cox zu überzeugen, doch sie bietet eben noch mehr: Dance Remixe, die bei ihr eben schon lange wichtig sind und nicht nur irgendwo mal als fünfte und sechste von sieben Versionen irgendwo auf einer Maxi versteckt werden.

Was ich „Ultimate Deborah Cox“ zugute halte, ist aber schon, dass die Bandbreite ihrer Musik gut abgedeckt wird. Das ist zugleich aber auch das größte Problem dieses Albums: Ich kenne nur wenige Menschen, die ein so breites Spektrum – vor allem auf einer CD! – mögen. Meist greift man doch zu einem Longplayer, der gerade zur aktuellen persönlichen Stimmung passt.

Es klingt vielleicht nicht nett, ist jedoch nicht bös’ gemeint: Das Beste, was „Ultimate Deborah Cox“ bewirken kann, ist, dass mehr Menschen sich ihre anderen Alben kaufen, denn nicht einmal wegen der Möglichkeit, eine ganze Auswahl von Remixen zu hören, ist dieses Album erforderlich: Weniger als ein Jahr vor „Ultimate Deborah Cox“ ist mit „Remixed“ ein spezielles Remix-Album veröffentlicht worden.

Künstler: Deborah Cox | Album: Ultimate Deborah Cox | Label: BMG | VÖ: 17. Mai 2004

Über Oliver Springer 340 Artikel
Oliver Springer gehört neben Jörg Wachsmuth zu den Gründern von rap2soul. Er lernte Hörfunk ab 1994 bei JAM FM und moderierte dort fast 12 Jahre. Später war der ausgebildete PR-Berater er als Pro-Blogger tätig. Gemeinsam mit Wachsmuth entwickelte Springer den Digitalradiosender PELI ONE - Dein neues Urban Music Radio, bei dem er seit 2018 den Nachmittag in der Drive Time moderiert.

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