Lil‘ Jon & The Eastside Boyz – Kings of Crunk (weitere Kritik)

Man traut seinen Augen nicht: Lil‘ Jon in den deutschen Singlecharts, notiert zwischen Outlandish und Höhner. Dank des Vorarbeiters Chingy scheint das Land reif zu sein für den Liebhaber von Goldschneidezähnen, der in den USA im vergangenen Jahr den landesweiten Durchbruch schaffte.

Die Industrie schiebt der Single „Get Low“ das Album nach und hat mit „Crunk Style“ gleich eine Etikette parat für etwas, dass so neu gar nicht ist. Denn der Produzent aus Atlanta – dem New York des Südens – bricht seit Jahren gemeinsam mit Leuten wie Ying Yang Twins, Kizzy Rock und Hitman Sammy Sam eine Lanze für ein explosives Konglomerat aus Miami Bass, Booty und Dirty South.

Besondere Kennzeichen: explizit-schmutzige Reime, die nicht gesprochen, sondern gebrüllt und von überaus wuchtigen Beats flankiert werden. Die Bässe wummern so heftig, dass ihnen nur hochwertige Audio-Systeme standhalten.

Zielgruppe: stolze Besitzer eines Hummer und Fahrer von SUVs. Eine Platte mit Protagonisten aus dem Süden wie Pastor Troy, die die Basskultur aus den Jeeps zurück in den Club holen.

Künstler: Lil‘ Jon & The Eastside Boyz | Album: Kings Of Crunk | Label: Arista | VÖ: 2. Dezember 2003

Über Torsten Fuchs 523 Artikel
Torsten Fuchs ist ein Experte der Black Music und bereits früh als Redakteur zu rap2soul gekommen. Torsten schreibt CD-Kritiken für mehrere Magazine. Als Moderator war er für JAM FM tätig, zuvor war er auch bereits bei Radio PSR und als Showhost bei MDR Sputnik. Torsten Fuchs ist Mitglied beim Preis der Deutschen Schallplattenkritik e.V. in der Jury für "Hip Hop, Soul, R&B".

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