N.E.R.D – Fly Or Die

Mit den Neptunes ist es wie mit dem Märchen vom König Midas: was die Jungs anfassen wird zum edlen Metall: Ob R&B, Hip-Hop, Rock oder Pop – Pharrell und Chad vergolden einfach alles. N.E.R.D. ist ihre Spielwiese, auf der sie abrocken können, ohne sich verkaufen zu müssen.

Live eingespielt kulminieren hier musikalische Jugenderinnerungen, die Punk und New Wave bzw. alles Mögliche davor und danach streifen. Die frühen Police klingen an („Breakout“), ein Song wie „Maybe“ fällt durch beatle-eske Strukturen auf – auch Vergleiche mit Pulp, Blondie und ELO lassen sich ziehen. Die Mischung lässt sich anhören, ein Muss für die Sammlung ist sie nicht.

So ganz nebenbei aber fällt im gequirlten Brei das geniale „She Wants To Move“ ab, ein Song jenseits von Gut und Böse im Niemandsland zwischen Black Music und Rock. Und plötzlich muss man die Spielwiese N.E.R.D. ernst nehmen, ganz ernst! Obwohl sich The Neptunes eigentlich nur vorüber gehend (wieder) die Gitarren umgehängt haben.

Künstler: N.E.R.D | Album: Fly Or Die | Label: Virgin | VÖ: 19. März 2004

Über Torsten Fuchs 528 Artikel
Torsten Fuchs ist ein Experte der Black Music und bereits früh als Redakteur zu rap2soul gekommen. Torsten schreibt CD-Kritiken für mehrere Magazine. Als Moderator war er für JAM FM tätig, zuvor war er auch bereits bei Radio PSR und als Showhost bei MDR Sputnik. Torsten Fuchs ist Mitglied beim Preis der Deutschen Schallplattenkritik e.V. in der Jury für "Hip Hop, Soul, R&B".