Regina Belle – Lazy Afternoon (weitere Kritik)

Die gestandene Lady des erwachsenen Rhythm & Blues meldet sich mit einem Dutzend Songs zurück, die eine Quersumme aus Soul und Jazz bilden. Erneut interpretiert die Grammy-Gewinnerin (für ihr Duett „A Whole New World“ mit Peabo Bryson) bewährtes Material.

Wie schon auf ihrem 95er Album „Reachin’ Back“ macht sie auch diesmal einen Knicks vor dem Philly Sound: Gamble/Huff’s „The Love I Lost“ kulminiert in einer schicken Adaption von „For The Love Of You“ der Isley Brothers – einer der Höhepunkte dieser LP. Stilsicher ist die Sängerin auch in Broadway-Melodien wie “If I Ruled The World” und “Lazy Afternoon”.

Am meisten beeindruckt Regina Belle aber im einzigen Lied aus eigener Feder: An der Seite von Albumproduzent George Duke ist sie in „There’s A Love“ so funky wie in den good ol’ days. Mehr aus diesem Guss wäre wünschenswert gewesen. Dennoch bleibt „Lazy Afternoon“ ein zeitloses Album. Belle’s eindringliche, aber nie aufdringliche Bearbeitungen können immer wieder goutiert werden. Nicht nur an Nachmittagen, an denen gefaulenzt werden kann…

Künstler: Regina Belle | Album: Lazy Afternoon | Label: Peak Records | VÖ: 23. Juli 2004

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Torsten Fuchs ist ein Experte der Black Music und bereits früh als Redakteur zu rap2soul gekommen. Torsten schreibt CD-Kritiken für mehrere Magazine. Als Moderator war er für JAM FM tätig, zuvor war er auch bereits bei Radio PSR und als Showhost bei MDR Sputnik. Torsten Fuchs ist Mitglied beim Preis der Deutschen Schallplattenkritik e.V. in der Jury für "Hip Hop, Soul, R&B".