Babyface – Grown & Sexy (weitere Kritik)

Den Spaß muss man sich mal machen: Edmonds’ frühes Werk aus den 80ern anhören und danach das neue Album. Gute Black Music war es schon – Welten liegen dennoch dazwischen. Seine songschreiberischen Talente hat der singende und produzierende Schreiberling längst in Meisterschalen umgemünzt – es scheint aber, dass er sich die besten Lieder immer für eigenen Alben aufhebt.

Vier Jahre hat er sich nach „Face 2 Face“ Zeit gelassen, um Harmonie zu verbreiten, die aber keinesfalls einlullend daher kommt. Auf seinem achten Soloalbum hört man sie noch, die echten R&B-Songs. Herzensbrecher, die aus Strophen und Refrains bestehen, die dem Perfektionismus in der Produktion fast zum Trotz Lieder geblieben sind. Erstaunlich, dass es Babyface aufs Neue schafft, so nah am eingängigen Popsong und zugleich so weit weg vom Kitsch zu sein.

Entspannte, schick polierte und glänzende Soulperlen für ein erwachsenes Publikum, das zum eigenen Stil gefunden hat. So wie Kenneth Edmonds selbst, der mit dieser LP schlaf- und wohnzimmertauglich geblieben ist.

Künstler: Babyface | Album: Grown & Sexy | Label: Arista | VÖ: 30. September 2005

Über Torsten Fuchs 523 Artikel
Torsten Fuchs ist ein Experte der Black Music und bereits früh als Redakteur zu rap2soul gekommen. Torsten schreibt CD-Kritiken für mehrere Magazine. Als Moderator war er für JAM FM tätig, zuvor war er auch bereits bei Radio PSR und als Showhost bei MDR Sputnik. Torsten Fuchs ist Mitglied beim Preis der Deutschen Schallplattenkritik e.V. in der Jury für "Hip Hop, Soul, R&B".