Chima – Im Rahmen der Möglichkeiten

Mit Chima findet sich wieder mal ein neuer Act beim Frankfurter 3p-Label. Ich möchte anmerken: Die Zeit des knallharten Hip-Hop ist vorbei. Soul und R&B dominieren die Produktionen des Labels. Zumindest hat es den Anschein.

Auch Chima mit seinem Album „Im Rahmen der Möglichkeiten“ geht in diese Richtung. Ist das Taktik, der Zeitgeist geht zum deutschen Soul und R&B, der Hip-Hop bleibt auf der Strecke? Vielleicht ist es aber einfach nur so. Genug nachgedacht und überlegt. Was bietet uns nun das Album von Chima? 12 Tracks, denen man die Handschrift von 3p dennoch anhört. Das macht nichts, das Album hört sich gut an. Warum werden eigentlich so wenige 3p-Stücke im Radio gespielt? Ist doch so, oder?

Die erste Single „Wundervoll“ steht schon seit Ende September im Handel. Das Album ist im Oktober gefolgt. Verwunderung in meinem Gesicht: Nur zwei Feature? – Nicht schlimm, aber eines ist von Xavier Naidoo. Xavier´s Trennung von 3p war nicht die freundlichste. Ein Anfall von Versöhnung oder wegen Xaviers Popularität reiner Geschäftssinn. „Lass es nicht aufhören“ heißt der gemeinsame Song.

Auch „Blue“ kommt gut. Der Gast hier: Patrice. Der Mann der den deutschsprachigen Reggae kreiert hat. Und dann noch ein Song mit außergewöhnlichem Titel. Hat das je zuvor jemand musikalisch verarbeitet. Zahnarztfrauen tun es und alle anderen hoffentlich auch, am besten zwei bis drei Mal täglich. „Zähneputzen“ – Darf ich jetzt anmerken Chima hat mir Spaß gemacht. Das Album „Im Rahmen der Möglichkeiten“ jetzt bei den Plattendealern, den besten in der Republik.

Künstler: Chima | Album: Im Rahmen der Möglichkeiten | Label: 3p | VÖ: 14. Oktober 2005

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Jörg Wachsmuth gehört zu den beiden Gründern von rap2soul. Er ist Chefredakteur des Portals. Wachsmuth gehörte zur OffAir-Crew von Kiss FM Berlin, war von 1994 bis 2005 Moderator und Redakteur bei Radio Jam FM und ist aktuell Moderator von Radio BHeins in Potsdam. Der ausgebildete PR-Berater und Journalist ist auch Mitglied der Jury 25 "Soul, R&B und Hip Hop" beim Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.