Teedra Moses – Complex Simplicity (weitere Kritik)

Die First Lady des Indie-Labels präsentiert ein überaus vielversprechendes Debüt. In musikalisch abwechslungsreichen 14 Stücken pendelt die ehemalige Stylistin zwischen Hip-Hop, Soul und R&B.

Die Bandbreite ist beachtlich: während der Opener „Be Your Girl“ sich anhört, als wenn die Mary Jane Girls ihr „All Night Long“ 20 Jahre später aufgenommen hätten, verarbeitet die mittlerweile in Kalifornien lebende Sängerin aus New Orleans in „I Think Of You“ den Tod ihrer Mutter auf jazzige Weise.

Dazwischen frönt sie pumpenden Hip-Hop-Tracks, die von entspannten Balladen abgefedert werden. Obwohl die Stile schnell wechseln, wirkt alles wie aus einem Guss. Und die Moses macht auf diesem Longplayer, der voll mit Singles gespickt ist, immer eine gute Figur. Gesanglich orientiert sie sich dabei an Cherelle und Stephanie Mills. Wie die Britin Estelle hat auch Teedra Moses das Zeug, eine ähnliche Karriere wie Mary J. Blige zu machen.

Mit „Complex Simplicity“ hat sie dafür nicht nur einfach den Fehdehandschuh in den Ring geworfen, sondern sich direkt um den Titel der „Queen of Hip-Hop/Soul“ beworben.

Künstler: Teedra Moses | Album: Complex Simplicity | Label: TVT Rec | VÖ: 20. Juli 2004

Über Torsten Fuchs 525 Artikel
Torsten Fuchs ist ein Experte der Black Music und bereits früh als Redakteur zu rap2soul gekommen. Torsten schreibt CD-Kritiken für mehrere Magazine. Als Moderator war er für JAM FM tätig, zuvor war er auch bereits bei Radio PSR und als Showhost bei MDR Sputnik. Torsten Fuchs ist Mitglied beim Preis der Deutschen Schallplattenkritik e.V. in der Jury für "Hip Hop, Soul, R&B".