Teena Marie – Sapphire

„Die Mischung macht’s!“. So abgedroschen die Redewendung ist, bringt sie im Fall von „Sapphire“ gut zum Ausdruck, warum das 13. Album von Teena Marie so spannend ist. Das Old School-Feeling dominiert die Produktion, doch moderne Klänge und Raps sind beeindruckend passgenau eingearbeitet. Teena Marie bringt kein rückwärts gewandtes Album, aber ihre reichhaltige Erfahrung im Musikgeschäft (mehr als ein Vierteljahrhundert) nutzt sie aus.

In den amerikanischen Black Music Album Charts erreichte sie zwar den dritten Platz, was jedoch nicht daran liegt, dass „Sapphire“ massenkompatibel im herkömmlichen Sinne wäre, sondern wohl eher daran, dass sie unter den anspruchsvollen R&B-Hörern mehr als nur eine Altergruppe damit erreicht. Teena Marie selbst möchte sie wohl auch keiner bestimmten Gruppe zuordnen, denn mit ihren 50 Jahren gibt sie sich in einigen Songs eher wie eine halb so alte Künstlerin und klingt verführerischer denn je.

Für Inspiration sorgte einmal mehr ihr Idol Rick James. Hätte sie nicht für ihr Album schreiben können, meint sie, hätte sie nicht gewusst, was sie hätte tun sollen, um ihren Schmerz über seinen Tod im Jahr 2004 zu verarbeiten. In „You Blow Me Away“ und „Somebody Just Like You“ liegt die Widmung auf der Hand, doch ihre Gefühle für ihren verstorbenen Mentor durchdringen wohl den Großteil des ganzen Albums. „Sapphire“, so nannte er sie manchmal.

Großen Einfluss auf ihre Musik hat außerdem Smokey Robinson, den sie schon bewundert, seit sie ein Teenager war. Auf „God Has Created“ und „Cruise Control“ singt Teena Marie mit ihm im Duett, was für sie etwas ganz Besonderes ist. Weitere Gäste sind George Duke, Gerald Albright, der Rapper Kurupt, dessen Frau Gail Gotti sowie deren Schwester Queen. Ein Special Guest der anderer Art ist Teena Marie’s Tochter Alia Rose, die auch früher schon ihre Mutter begleitet hat.

Als Ganzes betrachtet wirkt „Sapphire“ sehr relaxt, Teena Marie sehr souverän. Zwar unterscheidet sich nicht jeder Song stark von den anderen, das Album bietet dennoch genug Abwechslung und frische Ideen – Retro-Feeling hin oder her.

Künstler: Teena Marie | Album: Sapphire | Label: Universal (Universal) | VÖ: 23. Mai 2006

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Oliver Springer gehört neben Jörg Wachsmuth zu den Gründern von rap2soul. Er lernte Hörfunk ab 1994 bei JAM FM und moderierte dort fast 12 Jahre. Später war der ausgebildete PR-Berater er als Pro-Blogger tätig. Gemeinsam mit Wachsmuth entwickelte Springer den Digitalradiosender PELI ONE - Dein neues Urban Music Radio, bei dem er seit 2018 den Nachmittag in der Drive Time moderiert.

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