Der Fall Nadja Benaissa wird zur Schlammschlacht der Medien – AIDS kehrt endlich zurück in die Berichterstattung

Nadja Benaissa wird vermutlich zum Wochenende aus der Untersuchungshaft in Frankfurt/M entlassen. Das zumindest sind die aktuellen Gerüchte. Um die No Angles-Sängerin ist eine Schlammschlacht der Medien entbrannt, in der es nicht mehr um die Vorwürfe gegen die Sängerin geht, sondern um Fragen des Persönlichkeits- und Presserechts.

ROOM69 - 11.04.09 - Frankfurt/M
ROOM69 - 11.04.09 - Frankfurt/M

Die Staatsanwaltschaft von Darmstadt hatte Nadja Benaissa am 11. April 2009 vor ihrem Auftritt auf der vom Black Music Portal rap2soul präsentierten Room 69-Party im Frankfurter Nachtleben verhaftet. Der Vorwurf lautete auf schwere Körperverletzung.

In einer Pressemeldung wurde durch die Behören mitgeteilt, die junge Mutter würde unter dem Verdacht stehen wissentlich ungeschützten Geschlechtsverkehr mit drei Männern zwischen 2004 und 2006 gehabt zu haben, bei dem sie mindestens eine Person wissentlich mit dem HI-Virus infiziert hätte.

Der Berliner Rechtsanwalt Dr. Christian Schertz machte Vorwürfe gegenüber den hessischen Behörden geltend untersagte durch das Langericht Berlin dem Axel Springer Verlag weiterhin über den Fall Nadja Benaissa zu berichten. Die in dem Verlag erscheinenden Zeitungen (Bild, Welt,…) setzten sich über den Gerichtsbeschluß hinweg, der ihrer Meinung nach gegen den Grundsatz der freien Berichterstattung verstößt.

In der Zwischenzeit hat sich der Ex-Freund der Sängerin gemeldet. Er bestättigte die Drogen-Sucht der Sängerin, war mit ihr 1998/1999 zusammen. In der Gala und weiteren TV-Medien war inzwischen nicht nur von Alkoholproblemen und Crack-Sucht die Rede, die junge Sängerin, die 2001 bei der ersten Staffel von Popstars auf Pro 7 gecastet wurde, soll auch anschaffen gegangen sein um an Geld für Drogen zu kommen.
Ihr damaliger Freund wollte nach eigener Aussage ihr helfen. 1999 erfuhr die Sängerin demnach von ihrer Aids-Krankenheit, ein Bluttest brachte das Ergenis ans Licht.

Die Berliner Medien-Anwälte äußern sich nun zur angeblichen Mandatsniederlegung des Anwalts Groepper.
In einer über OTS verschickten Pressemeldung heißt es:

Es wird gegenwärtig gemeldet, Herr Rechtsanwalt Groepper habe das strafrechtliche Mandat niedergelegt. An anderer Stelle heißt es, er habe das Mandat „hingeworfen“. Diese Aussagen sind falsch. Von Anfang an waren andere Kollegen mit der Strafverteidigung beauftragt. Ein rechtswirksames Mandat an Herrn Groepper ist zu keinem Zeitpunkt erteilt worden. Er hat ohne Rücksprache mit der Klientin mit Boulevardmedien Interviews geführt. Dies habe ich ihm unverzüglich
untersagt. Nicht Herr Groepper hat das Mandat niedergelegt, vielmehr hat Frau Nadja Benaissa ausdrücklich erklärt, dass er nicht mehr weiter in ihrem Namen auftreten darf und er weiterhin nicht berechtigt ist ihre Rechte wahrzunehmen.

Der Anwalt war noch am Morgen in verschiedenen Fernsehsendungen aufgetreten.

rap2soul stellt klar, das es bisher nur um ein Ermittlungsverfahren gegen die Sängerin geht. Von der Verhaftung hatten wir durch den Anruf eines Mitarbeiters von RTL erfahren, der uns am Dienstag angerufen hat. Bisher ist Nadja Benaissa nicht rechtskräftig verurteilt, es gilt in Deutschland daher der Grundsatz der Unschuld. Die Vorwürfe gegen sie wiegen schwer, ihr Schicksal selber halten wir für furchtbar. Wir schätzen Nadja Benaissa als Sängerin und würden uns freuen sie wieder in dieser Rolle erleben zu dürfen. Der tragische Fall zeigt vor allem, wie leichtsinnig viele Deutsche in der Zwischenzeit mit der Gefahr durch das AIDS-Virus umgehen. Die Berichterstattung über Nadja Benaissa hat insofern zumindest eine gute Seite, die Immunschwächekrankheit AIDS ist wieder zurückgekehrt in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit.

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