rap2soul-Special: 50 Jahre Motown – Gladys Knight & The Pips

50 Jahre MOTOWN
50 Jahre MOTOWN

Zum 50ten Geburtstag des Labels Motwon-Records versucht rap2soul – Black Music Portal mit dieser Serie einen Überblick über die wichtigsten Künstler dieses großartigen Labels zu bieten. Sicher nicht vollständig, geben wir uns große Mühe, jede Woche einen neuen Künstler oder eine neue Band mit ihrer Biografie zuzufügen. – Die Serie Teil 9 von 12: GLADYS KNIGHT AND THE PIPS

Die US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin Gladys Knight wurde am 28. Mai 1944 in Atlanta im Bundesstaat Georgia geboren. Bekannt machte sie die Gruppe The Pips. Obwohl nur relativ kurz bei dem Label Motown Records unter Vertrag hat Gladys Knight wichtige Impulse für die Black Music und das Label gegeben. Sie ist eine der wichtigsten Künstler der Soul und R&B Musik.

Bereits vier Jahren sang Gladys Knight im Kirchenchor und gründete mit acht Jahren ihre Band „The Pips“. Neben ihr bestand die Band aus ihrem Bruder Merald „Bubba“, ihrer Schwester Brenda und zwei Cousins, Ed Patten (der im Februar 2005 nach einem Schlaganfall verstarb) und William Guest. Der Bandname „The Pips“ leitete sich vom Namen ihres damaligen Managers James „Pip“ Wood ab, ein weiterer Cousin von Gladys Knight. Die Soul-Band war also eine echtes Familienunternehmen.

1957 erschien mit „Whistle My Love“ die erste Plattenveröffentlichung der Gruppe, aber nicht mit besonderem Erfolg. Erst Anfang der 1960er Jahre kamen die ersten Erfolge, die Gruppe hatte ihren Namen in „Gladys Knight and the Pips“ geändert. Die Songs „Every Beat of my Heart“, „Letter Full of Tears“ und „Giving Up“ brachten einiges an Achtung für die Formation.

Der große Erfolg stellte sich dann mit dem Wechsel des Plattenlabels ein. Die Band kam zu Motown Records. Dort sorgten sie für beständigen Erfolg, wurden aber nie so bekannt wie The Supremes, Marvin Gaye oder The Temptations, die zu der Zeit bei Motown sehr erfolgreich waren.

1967 gelang der Aufstieg auf Platz #2 der US-Pop Charts mit der Originalversion von „I Heard It Through the Grapevine“, ein Jahr bevor Marvin Gaye mit dem Song auf Platz 1 der Charts gelangte.

Gladys Knight wurde Ausgangspunkt des Erfolgs des King of Pop Michael Jackson, der zu früh 2009 verstorben ist. Während ihrer Zeit bei Motown machten The Pips den Label-Chef Berry Gordy auf eine talentierte Kinderband namens The Jackson Five aufmerksam. Kurze Zeit später waren die Kinder von Joe Javkson bei Motown unter Vertrag und schrieben Musikgeschichte.

Die größten Erfolge hatten Gladys Knight and The Pips aber nicht mehr mit Motown, sonderm in den Jahren 1973 und 1974 bei dem Label Buddah Records. In dieser Zeit erschien auch die Hit-Single „Midnight Train to Georgia“, der einzige Nummer-1-Hit der Band in de Billboard Top 40 Charts.

Heute tritt Gladys Knight ohne „The Pips“ auf. Sie hatte ihren letzten großen Solohit mit dem Song „Licence to Kill“. Es war Titelsong des gleichnamigen James Bond Films aus dem Jahr 1989. Die Platte erreichte Platz 3 der Charts in Deutschland. Das Album „Good Woman“ welches 1991 erschien, war nicht ihr erstes Soloalbum. Bereits 1978 und 1979 veröffentlichte sie zwei Solo-Alben bei Buddha Records und Columbia Records, allerdings ohne großen Erfolg.

Für einen Grammy nominiert war das Album „Just For You“ von 1994. Es enthält die berühmt gewordene Live-Cover-Version von dem Boys II Men Song „End of the Road“, eine Erfolgsgruppe, die auch aus dem Haus Motown stammt.

1996 wurde Gladys Knight mit ihrer Band in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen und zusammen mit Chaka Khan und den beiden jüngeren Soul-Sängerinnen Tamia und Brandy das Lied „Missing You“ aus dem Soundtrack zum Film Set It Off. Damit platzierte sie sich zum ersten Mal seit mehreren Jahren auch wieder in den amerikanischen Pop-Charts.

Zu einer Legende wurde ihr Live-Auftritt von 1997, der auch im Fernsehen lief, sie gab ein Konzert im Weißen Haus, wo sie vor dem damaligen US-Präsidenten Bill Clinton sang.

Das persönlichte Album von Gladys Knight veröffentlichte sie 1998, es trug den Namen „Many Different Roads“ und ist mit spirituell angehauchten Soul- und Gospelsongs gefüllt.

Mit ihrer CD „At Last“ (2001) gewann sie den Grammy Award als beste traditionelle R&B Platte. Das Duett mit Ray Charles „Heaven Help Us All“ bekam 2004 den Grammy als bestes Gospellied. Im gleichen Jahr brachte sie ihre zweite Gospel-CD „One Voice“ mit dem von ihr 2002 in Las Vegas gegründeten Gospelchor Saints Unified Voices heraus. Das Album erreichte Platz 2 in den US Gospel-Charts und wurde 2005 mit einem Grammy für den besten Gospelchor oder Choralbum belohnt.

Der ehrenamtliche Chor besteht aus Mitgliedern der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, zu der auch Gladys Knight seit 1997 gehört. Seit 1997 hat Gladys Knight einen festen Vertrag beim Flamingo-Casino in Las Vegas. Ihre Show dort wurde mehrfach ausgezeichnet. Der Vertrag ging bis 2006.

2006 veröffentlichte sie gleich zwei neue Alben. Es waren ihre Hommage „Before Me“ an ihre Vorbilder Ella Fitzgerald, Billie Holiday und andere Jazz-Größen und das Weihnachts-Album „A Christmas Celebration“ mit den Saints Unified Voices.

Auch als Schauspielerin ist Gladys Knight aktiv. In den Filmen „20 Bucks“ und „Hollywood Homicide“ ist sie zu sehen oder in den Fernsehserien „Charlie and Company“ und „New York Undercover“. 2003 moderierte sie die TV-Talentshow „American Juniors“, nachdem sie bei „American Idol“ (der US-Version von Deutschland sucht den Superstar (DSDS)) als Gast-Jurymitglied aufgetreten war.

Ihr größtes Publikum hatte Gladys Knight 1996, als sie bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Atlanta das Lied „Georgia On My Mind“ sang.

Gladys Knight ist die Tante der im Jahre 2001 durch einen Flugzeugabsturz ums Leben gekommenden R&B Sängerin und Schauspielerin Aaliyah.

Diskografie – Die wichtigsten Alben von Gladys Knight

Feelin Bluesy (Motown)
The Nitty Gritty (Motown)
If I Were Your Woman (Motown)
Standing Ovation (Motown)
Neither One Of Us (Motown)
Imagination (Buddha)
Pipe Dreams (Buddha)
I Feel A Song (Buddha)
Miss Gladys Knight (Buddha)
Gladys Knight (Columbia)
All Our Love (MCA)
Good Woman (MCA)
Just For You (MCA)
Many Different Roads (Many Roads)
At Last (MCA)
One Voice (Many Roads)
Before Me (Verve)

 


rap2soul-special: 50 Jahre MOTOWN
Folge 1: The Miracales
Folge 2: The Supremes
Folge 3: Marvin Gaye
Folge 4: Stevie Wonder
Folge 5: The Jackson Five
Folge 6: Lionel Richie
Folge 7: Four Tops
Folge 8: Rick James
Folge 9: Gladys Knight & The Pips
Folge 10: Boyz II Men
Folge 11: Shanice
Folge 12: Motown Records

Über Jörg Wachsmuth 780 Artikel
Jörg Wachsmuth gehört zu den beiden Gründern von rap2soul. Er ist Chefredakteur des Portals. Wachsmuth gehörte zur OffAir-Crew von Kiss FM Berlin, war von 1994 bis 2005 Moderator und Redakteur bei Radio Jam FM und später als Moderator von Radio BHeins in Potsdam (2015 - 2018). Aktuell ist er Chef und Morgenmoderator bei PELI ONE - Dein neues Urban Music Radio. Der ausgebildete PR-Berater und Journalist ist auch Mitglied der Jury 25 "Soul, R&B und Hip Hop" beim Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.

6 Trackbacks / Pingbacks

  1. rap2soul-Special: 50 Jahre Motown - Shanice | Biografie der Soul-Sängerin | I Love Your Smile | rap2soul
  2. rap2soul-Special: 50 Jahre MOTOWN – Stevie Wonder | rap2soul
  3. rap2soul-Special: 50 Jahre Motown – The Jackson Five | rap2soul
  4. rap2soul-Special: 50 Jahre Motown - Four Tops | Biografie der Soul-Formation | rap2soul
  5. rap2soul-Special: 50 Jahre Motown - Boyz II Men | Biografie der R&B-Soul-Gesangs-Formation | Diskografie | Singles | rap2soul
  6. rap2soul-Special: 50 Jahre Motown - MOTOWN Records | Die Geschichte des Labels Motown und Tamla von 1959-2009 | Über Gründer Berry Gordy von Detroit über Los Angles bis New York | rap2soul

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.