Chris Brown – Graffiti

Musikalisch ist das neue Album von Sänger Chris Brown ein äußerst gelungenes R&B-Album. „Graffiti“ ist gut produziert, lässt sich prima hören, hat Songs für den Club und einen Anteil für die Seele. Musikalisch sollten die Herzen der Black Music Gemeinde höher pochen beim hören des Longplayers, aber!

Das große „Aber“ steht im Raum, seit sich Chris Brown im Frühjahr 2009 von seiner damaligen Freundin, der R&B-Sängerin Rihanna getrennt hat. Der handfeste Streit, in dem es vermutlich um Eifersucht ging, führt dazu, dass Chris Rihanna dermaßen verprügelt hat, dass die Polizei wegen häuslicher Gewalt ermittelte. Chris Brown wurde verurteilt. Leistete mehrere Sozialstunden ab. Der Skandal brachte an das Licht, wie es hinter den Hollywood-Glitzer-Fassaden zugehen kann. Brown verlor Werbeverträge und sein Album verkauft sich schlecht in den USA.

Der Erfolg in den Charts wird also vermutlich ausbleiben, obwohl das Potential vorhanden ist. Mit „Graffiti“ hat Chris Brown also ein R&B-Album präsentiert, was vermutlich erst in Jahren zu dem Erfolg wird, den es aus musikalischer Sicht haben könnte. Ja, auch das Image beeinflusst die Position in den Charts, das ist nun die wahre Strafe für Chris Brown.

Rap2soul stellt das Album vor, weil es Black Music ist, die musikalisch hörenswert ist. Im Booklet finden sich spärliche Danksagungen, Chris dankt dem Label Jive Records, seinem Team, seinen Fans und am meisten Gott. Vermutlich für die Chance, die „Graffiti“ für ihn ist. Er ist nicht vollständig raus aus dem Musikzirkus, muss kürzer treten.

Gleich der erste Song „I Can Transform Ya“ mit Rapper Lil Wayne und Produzent Swiss Beatz spricht Bände. „Ich kann Dich verändern, es wird dein altes Dich nicht mehr geben“ darf man frei übersetzt deuten, als den Aufbruch sich geändert zu haben. Großartig auch die Songs „Crawl“ oder „So Cold“.

Gefallen gefunden haben ich auch an „Pass Out“, bei dem Eva Simons im Studio war oder an „Wait“ mit Trey Songz und dem Rapper Game. Auch dabei Plies bei „What I Do“, Tank bei „Take My Time“ und Lupe Fiasco bei „Girlfriend“.

Songs wie “Fallin´Down” zeigen Chris Brown versucht die Ereignisse des vergangenen Jahres aufzuarbeiten, sowie es für einen Musiker richtig ist, mit seiner Musik.

Musikalisch ist „Graffiti“ von Chris Brown ein sehr gelungenes R&B-Album. Die Entscheidung liegt bei jedem einzelnen selber.

Künstler: Chris Brown | Album: Graffiti | Label: JIVE | VÖ: 11. Dezember 2009 | Album des Monats: Januar 2010, Februar 2010

Über Jörg Wachsmuth 652 Artikel
Jörg Wachsmuth gehört zu den beiden Gründern von rap2soul. Er ist Chefredakteur des Portals. Wachsmuth gehörte zur OffAir-Crew von Kiss FM Berlin, war von 1994 bis 2005 Moderator und Redakteur bei Radio Jam FM und ist aktuell Moderator von Radio BHeins in Potsdam. Der ausgebildete PR-Berater und Journalist ist auch Mitglied der Jury 25 "Soul, R&B und Hip Hop" beim Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.

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