Musikfans kaufen immer weniger MP3-Player

rap2soul Box ThemaWährend Musikhörer ganze Alben immer noch am liebsten auf CD kaufen, dominieren bei den Single-Verkäufen klar Downloads. Inzwischen muss man sich keine Tricks mehr einfallen lassen, um legal an MP3s zu kommen. Die Online-Shops setzen beim Musikverkauf gleich auf das beliebte MP3-Format.

Obwohl die Zahl der legalen Musikdownloads steigt und die Preise fallen, werden in Deutschland immer weniger MP3-Player verkauft. Das überrascht aber nur auf den ersten Blick, denn zum Anhören von MP3s benötigt man keinen speziellen MP3-Player. Immerhin können viele Geräte MP3-Dateien wiedergeben. Immer mit dabei ist beispielsweise das Handy. Und es gibt so gut wie kein aktuelles Mobiltelefon ohne eingebauten MP3-Player. Da sparen sich viele Musikfans den Kauf eines speziellen Geräts.

Zu diesem Thema schreibt der BITKOM:

>>Produktzyklen ändern sich in der IT-Branche sehr schnell, wie derzeit die MP3-Player zeigen. Vor kurzem noch waren die kleinen Geräte der absolute Aufsteiger, jetzt schrumpft der Markt zweistellig. Ende der 90er Jahre kamen die ersten Geräte auf den Markt und schossen mit dreistelligen Wachstumsraten nach oben. Ihren Höhepunkt erreichte die Nachfrage im Jahr 2005. Damals wurden 8,4 Millionen Geräte für insgesamt fast 700 Millionen Euro verkauft. Seitdem sinkt der Umsatz mit MP3- und MP4-Playern von Jahr zu Jahr. Nach neuesten Angaben des Hightech-Verbands BITKOM soll der Umsatz 2010 um 21 Prozent auf 400 Millionen Euro und der Geräteverkauf um 14 Prozent auf 5,7 Millionen Stück schrumpfen. Die Deutschland-Zahlen bewegen sich im europaweiten Trend: In der EU gehen Umsatz und Geräteverkauf dieses Jahr jeweils um 15 Prozent zurück, mit 28,6 Millionen verkauften Geräten werden 2,6 Milliarden Euro umgesetzt. Basis der BITKOM-Angaben sind aktuelle Daten des European Information Technology Observatory (EITO). Durch die zunehmende Konvergenz können immer mehr Geräte MP3-Dateien abspielen – auch Handys, Netbooks, Tablet-PCs, sogar Fernseher und Autoradios. Dies beschleunigt die Marktsättigung. Entsprechend werden spezielle MP3-Player weniger nachgefragt.

Größter Einzelmarkt für MP3-Player in Europa bleibt Großbritannien. Aber auch dort sinkt der Umsatz – um 22 Prozent auf umgerechnet 630 Millionen Euro, der Geräteverkauf geht um 20 Prozent auf 5,5 Millionen Stück zurück. In Frankreich schrumpft das Marktvolumen um 17 Prozent auf 320 Millionen Euro, die verkaufte Menge um 16 Prozent auf 3,7 Millionen Stück. In Italien sinken Umsatz- und Verkaufszahlen um je 11 Prozent, auf 210 Millionen Euro und 3,2 Millionen Stück. Etwas stabiler ist der Markt in Spanien: Dort nimmt der Umsatz nur um 6 Prozent auf 170 Millionen Euro ab, der Geräteverkauf um knapp 8 Prozent auf 2,3 Millionen Stück.

Die Erfolgsgeschichte des MP3-Players begann im September 1998. Damals kam mit dem „Rio Diamond PMP300“ der erste Massenmarkttaugliche MP3-Spieler auf den Markt. Der große Vorteil der MP3-Player bestand vor allem in der Speichertechnik. Das weitgehend in Deutschland entwickelte Komprimierungsformat MP3 sorgte für wesentlich kleinere Datenmengen ohne nennenswerte Beeinträchtigung der Tonqualität. Als Tonträger wurden erstmals die gegen Erschütterungen unempfindlichen Flash-Speicher eingesetzt. Im Sog des Erfolgs der MP3-Spieler kamen noch andere neue Angebote auf den Markt. So entwickelte sich das Radio zum Mitnehmen, der sogenannte Podcast. Auch neue Online-Musikportale wie iTunes oder Musicload verdanken ihren Erfolg letztlich den neuen Standards und kleinen Geräten.

Hinweis zur Datenquelle: Das European Information Technology Observatory (www.eito.com) liefert aktuelle Marktdaten zu den weltweiten Märkten der Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik. Gemanagt wird EITO von der Bitkom Research GmbH. Das EITO arbeitet u.a. mit den Marktforschungsinstituten PAC, IDATE und GfK zusammen.<<

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