Olli Banjo – Kopfdisco

Ab geht es in die „Kopfdisco“, die neue Langspielplatte von Olli Banjo, der sich selber als den besten deutschen MC definiert, mit einem „Szenecountdown“. Ab zu Track 2 das ist „Sag Banjo“. Insgesamt hat Olli Banjo auf seinem Werk 19 Tracks im Tracklisting zu präsentieren. Dürfte das aktuelle Album von Eko Fresh „Was kostet die Welt?“ in den Bereich Wortwitz einsortiert werden, dann geht Olli Banjo stärker in den Bereich der kritischen Texte mit doch dem einem oder anderem Wort was dann… es ist halt Hip Hop.

In dem Song „Randale in der Sonderschule“ fragt Olli Banjo nach, warum „Deutsche Kinder auf einmal reden wie Ausländer“ oder „warum ist Thomas alles anderes als Spitze, warum bleibt Thomas in der Sonderschule sitzen“.

Der Beat ist klassisch bei dem Track „Ich bin ein Rapper“. Wir kämpfen heute für das Vaterland, gegen der Ausverkauf von Pop- und Rap-Musik heißt es bei „Charlie“, dort ist er mehr Straße wenn er zum Bäcker geht. Der Song im Militär style der USA gehalten erinnert an Filme wie „Full Metal Jack“, „da hinten ist der Feind, Charlie, Charlie, dieses Schwein, er sitzt allein im Wald und weint“.

Über Songs wie „Schrei nach Liebe“, „Lichtplanet“, „Zicke Zacke“, das Lied mit der Freundin „Vom Anderen Planet“ die ihren Freund nicht versteht oder „Kein Liebeslied“ geht es zu „Schritte vor der Tür“ in dem der King of Rap, der in Heidelberg lebende Ex-Berliner Kool Savas seinen Auftritt hat.

Der Beat trägt uns weiter durch die „Kopfdisco“. „Fotografieren“, „Straight Outta Compton“, „Briefkasten“ und „Keine Sonne“ tragen uns zu „Mein Weltbild“ in dem der Sohn Mannheims Mr. Xavier Naidoo zum Mic greift.

Mit „Nix fühlen“ und „Anarchie“ entlässt uns Olli Banjo aus der Kopfdisco. Seine Farben sind Schwarz-Rot-Gold, demonstriert er uns im Tarnanzug den Stolz auf sein Heimatland. Der Junge mit der dunklen Hautfarbe gehört seit Jahren zu den Größen des deutschen Hip Hop und zu Recht ist er einer der besten Rapper des Landes.

Bei der Juice war das Album ein besonderer Hot Tipp, deswegen die rap2soul Message für alle Fans: Olli Banjo ist immer noch da. Sein neues Album „Kopfdisco“ – wunderbar. Und was ist nun Berlin minus München, aus der Sicht des Berliners nicht mehr viel, in der Zicke Zacke Rechenaufgabe Köln.

Künstler: Olli Banjo | Album: Kopfdisco | Label: Headrush | VÖ: 28. Mai 2010

Über Jörg Wachsmuth 734 Artikel
Jörg Wachsmuth gehört zu den beiden Gründern von rap2soul. Er ist Chefredakteur des Portals. Wachsmuth gehörte zur OffAir-Crew von Kiss FM Berlin, war von 1994 bis 2005 Moderator und Redakteur bei Radio Jam FM und ist aktuell Moderator von Radio BHeins in Potsdam. Der ausgebildete PR-Berater und Journalist ist auch Mitglied der Jury 25 "Soul, R&B und Hip Hop" beim Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.

5 Trackbacks / Pingbacks

  1. TOUR 2012: Kool Savas und die Liga der außergewöhnlichen Mcees | rap2soul
  2. CD-Kritik / Review: "Gespaltene Persönlichkeit" von XAVAS (Kool Savas & Xavier Naidoo) | neues Album Vorstellung / Besprechung | MP3 / CD / Vinyl | Deutscher Soul / R&B / Hip Hop / Rap | rap2soul
  3. CD-Kritik / Review: "Dynamit" von Olli Banjo | neues Album Vorstellung / Besprechung | MP3 / CD /DVD| Deutscher Rap / Hip Hop | Album des Monats Mai 2014 | rap2soul
  4. Olli Banjo im Interview // Teil 1 // Israel, R. Kelly, Christentum & Pornos | rap2soul
  5. Album des Jahres 2014 | Gewinnspiel - Soul / R&B / Hip Hop / Rap (CD-Reviews) | rap2soul

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.