Panik und Tote auf Loveparade in Duisburg – Ende der Veranstaltung

rap2soul Box ThemaDie Rede ist von 19 Toten bei der Loveparade 2010. Bei der gestrigen Loveparade (24. Juli 2010) kam es bei Zugang zum Festival-Gelände in der Stadt Duisburg zu einer Massenpanik vor einem Tunnel. Hunderte weitere wurden verletzt. Schwere Vorwürfe wurden im Rahmen einer Pressekonferenz am Folgetag laut. Das genutzte Gelände war für den Ansturm von 1,4 Millionen Menschen nicht geeignet. Wurde der Besucheransturm unterschätzt?

Das Feiern auf dem Paradengelände ging weiter. Veranstalter Schaller, der die Loveparade 2005 nach dem Ausscheiden von Gründer Dr. Motte übernommen hatte, zeigte sich geschockt. Vermutlich wird es keine weitere Loveparade mehr geben.

Das Black Music Portal rap2soul trauert mit den Angehörigen und Freunden der Toten. „Es ist schlimm, wenn eine solche positve Veranstaltung wie die Loveparade durch ein solches tragisches Ereignis überschattet wird“, so rap2soul-Chefredakteur Jörg Wachsmuth, „ein Schock für die Festivalkultur, wir trauern mit den Angehörigen.“

Die Webseite der Loveparade mit Livestream wurde abgeschaltet, auf der Seite wurde folgender Text veröffentlicht: „Unser Anliegen, ein fröhliches Miteinander von Menschen durchzuführen, ist von den tragischen Unglücksfällen am 24.Juli 2010 überschattet worden. Daher beenden wir den Livestream zur Loveparade. Unser aufrichtiges Beileid gilt allen Angehörigen und unsere Gedanken sind bei denjenigen, die derzeit noch versorgt werden müssen.“ Es wurde Strafanzeige gestellt, die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Die Loveparade fand 1989 erstmals in Berlin statt. Als Demonstration zogen damals 150 Menschen hinter einem Lautsprecherwagen her. Die Veranstaltung wuchs schnell von 10.000 über 100.000 Menschen und musste wenige Jahre später den Kurfürstendamm verlassen.

Die Veranstltung fand bis 2006 im Berliner Tiergarten auf der Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Ernst Reuter Platz statt. Millionen von Menschen fanden Platz. Geldprobleme, die Aberkennung des Demonstrationstatus und Müllsorgen führten immer wieder zu Kritik an der Veranstaltung.

Nachdem der Senat von Berlin keine Bestandsgarantie für die Loveparade geben wollte, zog sie 2007 weiter in das Ruhrgebiet. Nach Essen und Düsseldorf war Duisburg dritter Austragungsort der Ruhr Loveparade. Die für Bochum geplante Veranstaltung 2009 wurde im vergagenen Jahr aus organisatorischen Gründen abgesagt, es war von Platzproblemen die Rede. Das Ruhrgebiet ist unter Führung von Essen in diesem Jahr eine von drei europäischen Kulturhauptstädten.

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