Russlands größter Rapper: Timati erobert die Welt

P. Diddy und Timati Videodreh (Foto: Blackstar)
P. Diddy und Timati Videodreh (Foto: Blackstar)

Mit den Rapper aus den Staaten war er schon gemeinsam im Studio. In Berlin hat er auf der Bühne gestanden, zu Hause ist er in Moskau. Timati ist der erfolgreichste Rapper Russlands. Bereits vor einiger Zeit hatte das Black Music Portal rap2soul ein Interview mit dem Rapper veröffentlicht, Anlass war ein gemeinsamer Song mit US-Hip Hop-Mogul P. Diddy. Zu Hause steht Timati dem Rapper aber in nichts nach. Hier ist seine Biografie.
Timati wurde am 15. August 1983 in Moskau geboren, sein bürgerlicher Name ist Timur Ildarowitsch Junussow ( in kyrillisch: Тимур Ильдарович Юнусов). Er ist der weltweit erfolgreichste russische Rapper.

Bereits als Jugendlicher besuchte Timati die Musikschule und lernte das klassische Insturment die Violine zu spielen. Ein Studium an einer Moskauer Wirtschaftsschule brach er allerdings ab und ging 1995 zunächst nach Los Angeles. Dort lernte er Hip Hop und R’n’B kennen, was seine spätere musikalische Ausrichtung prägte. Mit seiner ersten Band, dem Hip-Hop-Projekt VIP 77, konnte er aber nur im Untergrund kleine Erfolge verzeichnen.

TV-Casting ist alles

P. Diddy und Timati Videodreh (Foto: Blackstar)
P. Diddy und Timati Videodreh (Foto: Blackstar)

Nach der Teilnahme an der vierten Staffel der Casting-Show „Factory of Stars“ im Jahr 2004 gründete er gemeinsam mit drei weiteren Teilnehmern und Teilnehmerinnen die Gruppe Banda. Deren Debütalbum „New People“ gehörte 2005 zu den erfolgreichsten Alben in Russland.

Seine Solokarriere startete er dann 2006. Sein erstes Soloalbum „Black Star by Timati“ konnte sich gut in den russischen Albumcharts platzieren. Die Singleauskopplung „W Klube“ wurde 2007 zum „Best Club Song“ gewählt. Sein Track „Schara“ (etw. Hitze) wurde dann der Titelsong eines russischen Filmes, in dem auch Timati eine Rolle spielte. Ebenfalls 2007 spielte er seine erste Hauptrolle in dem Kinofilm „Gitler kaput!“. Daneben war er als Synchron-Sprecher für mehrere Spielfilme tätig, u. a. „Surf’s Up“.

Timati startet durch

Sein Lied „Forever“ war 2007 und 2008 in den russischen Charts vertreten und stieg bis auf Platz 25 der Charts. Timati nahm mit Nox 2008 das Lied „Get Money“ auf. Im selben Jahr veröffentlichten Timati und DJ Smash die Single „Moscow never Sleeps“. 2009 präsentierte Timati sein zweites Album „The Boss“. Das Lied „Wremje“ widmete er seinem Freund DJ Dlee, der bei einem Autounfall sein Leben verloren hatte.

Internationale Bekanntheit erlangte Timati durch seine Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Rapper Snoop Dogg, mit dem er 2009 die gemeinsame Single „Get Your Groove On“ aufnahm. Der Track erreichte in mehreren europäischen Ländern die Charts, u. a. in Deutschland Platz 62 und in Belgien Platz 21.

In den Jahren 2008 und 2009 gehörte Timati auch zu den Nominierten der MTV Europe Music Awards in der Kategorie „Bester russischer Act“.

Nach Snoop der Diddy

2010 veröffentlichte Timati zusammen mit Hip Hop-Mogul P. Diddy aka Diddy Dirty Money das Lied „I’m on you“, sowie die beiden Songs „I’ll Be Waiting“ (Я буду ждать) und „SSL“ (Сколько Стоит Любовь).

Mit dem Titel „Welcome To St. Tropez“ landete Timati 2011 einen Sommerhit im gesamten deutschsprachigen Raum. Der Track wurde von dem Schweizer DJ Antoine geremixt und dadurch zunächst in den Clubs populär. Wenig später stieg er in die jeweiligen Verkaufscharts von Deutschland, Österreich und der Schweiz ein und erreichte jeweils Top 20 Status. Timati ist damit der erfolgreichste Pop-Act aus Russland seit der Mädchenband t.A.T.u. Auch in Belgien erlangte der Remix Popularität und erreichte die Charts. Timati dürfte künftig auch eine Rolle spielen als Hip Hop Act in Europa.

Neben der eigenen Musik betreibt Timati noch sein eigenes Hip-Hop-Label Black Star Inc., mehrere Clubs in Moskau und ein Modelabel. Hier geht es zu der Webseite des Rappers.

Über Jörg Wachsmuth 682 Artikel
Jörg Wachsmuth gehört zu den beiden Gründern von rap2soul. Er ist Chefredakteur des Portals. Wachsmuth gehörte zur OffAir-Crew von Kiss FM Berlin, war von 1994 bis 2005 Moderator und Redakteur bei Radio Jam FM und ist aktuell Moderator von Radio BHeins in Potsdam. Der ausgebildete PR-Berater und Journalist ist auch Mitglied der Jury 25 "Soul, R&B und Hip Hop" beim Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.

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