Digitale Musik ist gefragt, Musikverkäufe ziehen an

Veröffentlicht in News von am 26. Mai 2012 0 Kommentare

Digitale Musikverkäufe legen weiter zu! Im Jahr 2011 stieg der Gesamtumsatz aus den Verkäufen um 0,1 Prozent, was nicht wenig ist, da der Gesamtumsatz sich auf eine Summe von 1,67 Mrd. Euro beläuft. Der deutsche Musikmarkt konnte im ersten Quartal Jahr 2012 aufatmen, denn trotz aller (nicht im legalen) Konkurrenz wurde bei den Verkäufen ein Plus von 4,2 Prozent verzeichnet.

Um den illegalen Musik angeboten etwas entgegen zu setzen, setzt die Musikindustrie vermehrt auf Streaming-Dienste. Dort kann der Nutzer auf Millionen von Songs zugreifen – die Kosten liegen meist bei rund 10 Euro im Monat, wenn der Zugriff auch via Smartphone möglich sein soll. Reiner Webzugriff ist mit Preisen ab 5 Euro pro Monat sogar nur halb so teuer.

Der Bundesverband Musikindustrie schrieb vor nicht langer Zeit in einer Pressemitteilung über die Entwicklung auf dem deutschen Musikmarkt:

>> Der deutsche Musikmarkt hat sich im Jahr 2011 stabil entwickelt. Wie der Bundesverband Musikindustrie e. V. (BVMI) heute im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz mitteilte, stieg der Gesamtumsatz aus digitalen und physischen Musikverkäufen sowie den Einnahmen aus Leistungsschutzrechten (GVL) und Synchronisation* sogar um 0,1 Prozent auf insgesamt 1,67 Mrd. Euro an. Damit verteidigt Deutschland zugleich seine Position als drittstärkster Musikmarkt der Welt. Gestützt wird der Stabilisierungskurs durch den Markttrend im ersten Quartal 2012, in dem der Umsatz aus Musikverkäufen im Vergleich zu den Vorjahresmonaten laut media control sogar um 4,2 Prozent zulegen konnte.

Die momentane Stärke des deutschen Musikmarktes liegt neben dem erfolgreichen nationalen Repertoire, das 2011 einen Rekordanteil von 55 Prozent an den offiziellen TOP 100 Longplay-Charts erreichte, vor allem auch in seiner nach wie vor starken physischen Verankerung begründet. Trotz eines leichten Rückgangs (-3,8 Prozent) blieben Tonträger im letzten Jahr mit einem Marktanteil von 83,4 Prozent Haupteinnahmequelle der heimischen Musikwirtschaft. Die CD behauptete sich mit einem Marktanteil von 73,8 Prozent und einem Umsatzvolumen von 1,098 Mrd. Euro als Rückgrat der Branche – die zum Teil starken Umsatzrückgänge der letzten Jahre konnten auf ein Minus von 2,9 Prozent gebremst werden. Das stärkste Wachstum war bei den digitalen Musikverkäufen zu beobachten, die mit einem Umsatz von 247 Mio. Euro um 21,2 Prozent erneut zweistellig zulegen und damit die Rückgänge der physischen Musikverkäufe umsatzseitig nahezu kompensieren konnten.

Prof. Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie e. V. kommentierte: „Die stabile Marktentwicklung zeigt, dass sich die Investitionen der letzten Jahre auszuzahlen beginnen. Das kommt besonders in den mittlerweile 70 Angeboten im legalen digitalen Markt zum Ausdruck. Dennoch sind wir von einer echten Trendwende immer noch weit entfernt, solange die legalen Musikangebote weiterhin mit den massenhaften illegalen Umsonstangeboten im Netz konkurrieren müssen.“ Es sei nach wie vor dringend erforderlich, bessere gesetzliche Rahmenbedingungen zur Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums zu schaffen, zum Beispiel durch Einführung eines Warnhinweissystems bei Urheberrechtsverletzungen im Internet. Mit Blick auf die aktuelle Debatte um das Urheberrecht fügte er an: „Das geistige Eigentum ist der maßgebliche Rohstoff in Deutschland und damit Grundlage unserer kulturellen Vielfalt und wirtschaftlichen Prosperität. Gerade in einer zunehmend digitalisierten Welt brauchen wir ein durchsetzungsstarkes Urheberrecht, denn es ermöglicht den Autoren, Kreativen und Künstlern sowie deren Partnern, von ihrem Tun auch zu leben. Die Forderung, Kultur im Internet gratis konsumieren zu können, mag aktuell populär sein, ist aber genauso realitätsfern. Die Vorschläge pauschaler Vergütungsmodelle lassen häufig den mangelnden Respekt vor der kreativen Leistung der am Schaffensprozess beteiligten Personen erkennen, und auch Finanzierungen mit dem Klingelbeutel im Netz taugen nicht als allgemeingültiges Wirtschaftsmodell für die Künstler und Kreativen.“

Jeder sechste Euro aus digitalen Musikverkäufen
Parallel zu den neuen Musikdiensten im Internet haben auch die digitalen Geschäftsfelder weiter an Zugkraft gewonnen: Der Anteil des Digitalmarkts am Gesamtumsatz kletterte 2011 auf 16,6 Prozent. Die größten Zuwächse verzeichnete das Geschäft mit den Downloads, die um 28,8 Prozent zulegen konnten. Dabei zeigte sich erneut, dass nicht nur das „Cherrypicking“, also die Käufe von Einzeltracks (+30,3 Prozent Umsatzwachstum), sondern auch die Alben (+27,8 Prozent) gleichermaßen zulegen konnten. Ein Ergebnis, das sich auch in der steigenden Anzahl der Download-Käufer widerspiegelt: Nahmen 2005 etwa drei Millionen Menschen legale Downloads in Anspruch, kletterte diese Zahl im Jahr 2011 auf mehr als 7,7 Millionen.

Die Zahl der Online-Musikdienste, die in Deutschland verfügbar sind, hat sich im vergangenen Jahr annähernd verdoppelt auf 70 Services – noch nie standen dem Musikfan so viele unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung, Musik zu hören oder zu kaufen. Bei der Fülle der Angebote gebe es keine Ausrede, sich illegal mit Musik zu versorgen, wie der Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie e. V. Dr. Florian Drücke betonte: „Entlang den veränderten medialen Gewohnheiten sind spannende neue Möglichkeiten entstanden, Musik zu konsumieren – als Download oder Stream, in der Cloud oder gekoppelt an soziale Netzwerke.“ Die kontinuierliche Zunahme der Nutzer zeige, dass die Modelle angenommen werden. Das Lamentieren über nicht etablierte „Geschäftsmodelle“ sei nur noch dort zu hören, wo man sich nicht wirklich mit der Branche und den Konsumgewohnheiten auseinandersetze.

Streaming als Brücke zum legalen Konsum
Die Einnahmen mit Werbung und Abonnements im Rahmen von Audio- und Musikvideostreamings spielten 2011 mit einem Anteil von zehn Prozent am Digitalmarkt nach wie vor eine untergeordnete Rolle. Dennoch ist Ende 2011 viel Bewegung in dieses aufstrebende Marktsegment gekommen. „Die Streaming-Dienste demonstrieren anschaulich den Paradigmenwechsel, der in der Musiknutzung stattgefunden hat: Der Käufer entscheidet individuell, wie und wann er seine Musik hören und gegebenenfalls sammeln will – oder sogar, ob er diese überhaupt noch selbst besitzen möchte. Darüber hinaus bieten sie gerade denjenigen, die sich bislang umsonst illegal mit Musik im Netz versorgt haben, eine Brücke zum legalen Musikkonsum.“

Die Zahl der Streaming-Dienste war innerhalb weniger Monate in Deutschland von zwei auf neun Dienste gestiegen. Auch wenn einige der Dienste werbefinanzierte Gratisvarianten anbieten, besteht das grundlegende Geschäftsmodell in bezahlten Abonnements – ein Modell, das nach einer aktuellen Studie von Delphi Research im Auftrag des BVMI viel Potenzial hat: Sechs Prozent der Deutschen geben an, bereits über ein Musik-Abonnement zu verfügen (sowohl online als auch offline, zum Beispiel im Rahmen eines Clubs), weitere 22 Prozent können sich vorstellen, in Zukunft ein Abonnement abzuschließen.

*Synchronisation: Lizenzeinnahmen, die aus der Verwendung von Musik in Werbung, TV, Filmen oder Games entstehen.<<

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