Disco-Queen Donna Summer verstorben

Donna Summer 2009 Konzert zum Friedensnobelpreis (Foto: Harry Ward)
Donna Summer 2009 Konzert zum Friedensnobelpreis (Foto: Harry Ward)

Die amerikanische Soul- und Disco-Queen Donna Summer ist tot. Sie wurde nur 63 Jahre alt. Ihre Familie und Management bestätigten am Donnerstag, den 17. Mai 2012 den Tod der Sängerin. Der Krebs hat gewonnen. In einer Erklärung der Angehörigen heißt es: „Während wir um sie trauern, feiern wir in Frieden ihr außergewöhnliches Leben und ihr andauerndes Erbe.“ Donna Summer litt seit einigen Jahren an Lungenkrebs. Das Online-Portal Promiflash brachte unter Berufung auf den Dienst TMZ eine Eilmeldung. Die Nachricht erreichte Deutschland gegen 18:00 Uhr, auch die Redaktion der BILD-Zeitung.

Ihre größten Erfolge feierte dir mehrfache Mutter, Tochter Mimi aus erster Ehe und Brooklyn und Amanda aus der Ehe mit Musiker Bruce Sudano, den sie 1980 heiratete, in den 1970er und 1980er Jahren. Sie soll weltweit 130 Millionen Schallplatten verkauft haben. Nicht nur in der Black Music, sondern auch in der elektronischen Musik war sie ein großes Vorbild.

Donna Summer 2009 Konzert zum Friedensnobelpreis (Foto: Harry Ward)
Donna Summer 2009 Konzert zum Friedensnobelpreis (Foto: Harry Ward)

So meldet Spiegel-Online: Nick Rhodes von der von Summer beeinflussten Popband Duran Duran erklärte: „Ich habe gerade die sehr traurige Nachricht von Donna Summers Tod gehört. Ich habe keinen Zweifel daran, dass ihr Lied ‚I Feel Love‘ einen dramatischen Effekt auf die moderne Musik hatte. Es war ganz sicher einer der wichtigsten Einflüsse bei meiner Arbeit mit Duran Duran (…). Es kommt höchst selten vor, dass du ein Lied hörst, das deine Wahrnehmung von Musik vollkommen verändert. ‚I Feel Love‘ hat das geschafft.“

Donna Summer wurde am 31. Dezember 1948 als LaDonna Adrian Gaines in Boston geboren, sie starb am 17. Mai 2012 in Key West, Florida. Bereits mit 10 Jahren sang sie im Gospelchor ihrer Kirchengemeinde. Mit 17 Jahren wurde sie die Frontfrau der weißen Bostoner Psychedelic-Rock-Band Crow. Mit ihr ging sie 1968 nach New York City, wo sie nach einem Auftritt der Band ein Angebot für einen Plattenvertrag von RCA erhielt, sie nahm das Angebot nicht an.

Deutschland spielte für sie eine herausragende Rolle, sie unterschrieb für das Musical Hair und war bei der deutschen Erstaufführung am 24. Oktober 1968 auf der Bühne des Münchner Theaters an der Brienner Straße dabei. Sie sang Ohrwürmer wie „Wassermann (Aquarius)“ auf Deutsch. Das Lied wurde unter dem Namen Donna Gaines und Ensemble veröffentlicht. Mit dem Song landete sie auf Platz 4 der Deutschen Hitparade. Donna Summer war auch 1968 im berühmten, provozierenden Afri-Cola-Werbespot von Charles Wilp zu sehen. Mit „Haare (Hair)“ ging es in weitere Städte in Deutschland und Österreich, dabei lernte sie auch ihren österreichischen Kollegen und heutigen Zahnarzt Helmuth Sommer kennen, ihren ersten Ehemann. Aus dieser Zeit stammt auch der Künstlernamme Donna Summer.

1973 traf Donna Summer dann Giorgio Moroder und Pete Bellotte. Das Münchner Produzenten- und Songwriterteam sorgte für ihren ersten gemeinsamen Songs „The Hostage, Lady Of The Night“ der in den Niederlanden, Belgien,Frankreich, Österreich und Deutschland erfolgreich war. Der Beginn ihrer Disco-Zeit. 1975 wurde in den Münchner MusicLand-Studios das 17-minütige Disco-Stück Love To Love You Baby aufgenommen. Die jazzige Basslinie und das erotische Stöhnen brachten dem Song  nicht nur in den U.S.A. (Platz 2) und in Deutschland (Platz 6) ein Hit ein, sondern er war so wegweisend, dass selbst das offizielle Kultur-Institut der Bundesrepublik Deutschland, das Goethe-Institut, mit Giorgio Moroder und Donna Summer auf seiner Internet-Seite wirbt und sie in eine Reihe mit anderen Protagonisten der deutschen, elektronischen Musik stellt, wie z.B. Kraftwerk.

 Ihre Hits wie „Hot Stuff“, „Last Dance“, „Love To Love You Baby“, „She Works Hard For The Money“ und „Bad Girls“ wurden zum Soundtrack einer glitzernden Disco-Ära mit Sex, Drogen, Tanz und extravaganter Kleidung.

Noch 2009 machte sich Donna Summer auf den Weg zu einer Tour, ein Auftritt in Berlin am 30. Juli 2009 wurde vom Admiralspalast in das Tempodrom verlegt, berichtete das Black Music Portal rap2soul in seiner Webschau. In einem Interview zum Konzert mit Johannes Bonke erklärte Donna Summer ihre Liebe zu Deutschland: „Ein sehr liebevolles! Ich höre auf meinen Reisen oft, dass man die Deutschen als etwas kühl bezeichnet, aber ich spreche da immer vehement dagegen. Die Deutschen sind ja in Wirklichkeit sehr warmherzige Menschen, die ihren nüchternen Ruf nur deshalb bekommen haben, weil sie es gewohnt sind, Dinge durchzuziehen und abzuarbeiten. Für mich ist das durchaus etwas Positives. Dazu kommt, dass die Sprache für fremde Ohren oft etwas harsch klingt. Ich versuche meinem Umfeld also immer zu erklären, warum ich dieses Land so sehr liebe. Deutschland ist gut für mein Temperament – und das ist auch einer der Gründe, warum ich hier ein Konzert spielen wollte.“ Im selben Jahr trat sie auf einem Konzert zur Verleihung des Friedensnobelpreis an US-Präsident Barack Obama auf.

Die Berliner Soul-Sängerin Francisca Urio zeigt sich auf ihrer Facebook-Seite geschockt vom Tod von Donna Summer und schreibt: „Diese Nachricht kam so unerwartet und hat mich sehr bewegt. Sie war ein großes Idol von mir und hat mich auf meinem musikalischen Weg stark geprägt. Das war auch der Grund, warum ich den Song „On the Radio“ von ihr gecovert habe. Ich bin ein riesen Fan der Disco-Ära und sie war der Star dieser Zeit. Die Welt ist um eine tolle Künstlerin und eine starke Frau ärmer geworden, die viele Menschen mit ihrer Musik glücklich gemacht hat!“

Auch Sängerin Brooke Russel drückt ihre Trauer aus und postet das Video zu „Bad Girl“ mit den Worten „For all the bad girls!!!! We all lived for this!“ bei Facebook und „Last Dance“ auf Twitter bei RIP Donna Summer.

Der Berliner Künstler Julian F.M. Stoeckel schreibt auf seiner Facebook-Seite: „Donna Summer – Eine Legende! Ich werde dich nicht vergessen! I LOVE YOU! ♥“ Eine Message, der sich die rap2soul-Redaktion nur anschließen an. So hat rap2soul-Chefredakteur Jörg Wachsmuth einen Auszug aus dem auf dem Portal veröffentlichten Interview mit den Worten „Mit ihr ist eine großartige Künstlerin gegangen“ erweitert.

Auch die kanadische Sängerin Deborah Cox hat sich über Twitter zum Tod von Donna Summer gemeldet. Gerade aus Wien twittert sie: “ Donna Summer will be greatly missed. I remember singing Last Dance in front of my dolls as a child. (Donna Summer wird sehr vermisst werden. Ich erinnere mich „Las Dance“  als Kind vor meinen Puppen gesungen zu haben.)

Nach einer Pause von 10 Jahren erschien 2008 mit dem Album „Crayons“ das letzte Album von Donna Summer, angeblich plante sie derzeit ein neues Album.

Der Tod durchkreuzte ihre Pläne, in ihrer Musik bleibt Donna Summer unsterblich. Danke für die Musik!

 

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