Ex-Rapper Deso Dogg in Syrien verletzt

Deso Dogg (Foto: Di Matti)
Deso Dogg (Foto: Di Matti)

Der ehemalige Berliner Gangster-Rapper Deso Dogg soll bei einem Luftangriff in Syrien verwundet worden sein, so meldete es die Nachrichtensendung Berliner Abendschau vom RBB und die Berliner Morgenpost. Deso Dogg, der mit bürgerlichem Namen Denis Mamadou Cuspert heißt wurde 1975 in Berlin geboren. Der Berliner nennt sich inzwischen Abu Talha al-Almani und gilt als mutmaßlicher Islamist. Denis Cuspert wurde nach Angaben von Rebellen in Syrien verwundet. An der Seite der Aufständischen kämpfte gegen die Regierung in Syrien. Die Dschihadisten-Gruppe „Millatu Ibrahim“ teilte am Montag über Facebook mit: „Was geschehen war, ist dass ein Haus eines einheimischen Unterstützers von einem Kampfjet und ein Helikopter angegriffen wurde. Dies führte dazu, dass einige Brüder verletzt wurden, darunter unser geehrte Bruder Abu Talha Al-Almani.“ Gerüchte über den Tod des Ex-Musikers wurden zurückgewiesen.

Gegen Denis Cuspert liegt in Deutschland ein Haftbefehl vor. Er war 2010 zum Islam konvertiert und hatte seine Karriere als Musiker beendet. Im November 2009 erschien sein letztes Album „Alles Augen auf mich“. Cuspert wandte sich im November 2010 dem radikalen Islam zu und predigte den „Heiligen Krieg“. Er rief zum Kampf gegen die „Ungläubigen“ auf und bezeichnete seine Heimatstadt Berlin als eine Stadt von „Ungläubigen“. Im April 2011 wurde er von der Staatsanwaltschaft in Berlin wegen illegalem Waffenbesitz angeklagt und zu einer Geldstrafe von 1.800 Euro verurteilt. Zum Jahreswechsel 2011/2012 soll er nach Bonn gezogen sein.

Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt gegen Cuspert aktuell wegen Volksverhetzung. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) setzte im März 2012 erstmals drei im Internet weit verbreitete Dschihad-Songs auf den Index, bei denen es sich um islamistische Kampflieder von Cuspert handelt.
Bei einem durch das Bundesinnenministerium veranlassten Polizeieinsatz gegen verschiedene Zentren und Wohnungen des gewaltnahen Salafismus in Deutschland wurde am 14. Juni 2012 bei der Durchsuchung einer Islamistenwohnung durch die Polizei in Berlin eine selbstgebaute Sprengstoffweste gefunden, die laut Der Welt offenbar von Cuspert angefertigt worden.
In einem Drohvideo, das im September 2012 an das ZDF geschickt wurde, drohte er mit dem Dschihad in Deutschland und weiteren Anschlägen. Trotz Beobachtung durch deutsche Sicherheitsbehörden hat sich Cuspert zunächst nach Ägypten absetzen können, von dort soll er mit weiteren Islamisten aus Deutschland über Libyen und die Türkei  nach Syrien gereist sein. Erst im August 2013 tauchte ein weiteres Drohvideo von Cuspert im Internet auf.
Fotos auf einschlägigen Internetseiten und in sozialen Netzwerken zeigen den Berliner Dschihadisten in Kampfmontur, mit Flecktarn-Weste, Kalaschnikow und Panzerfaust.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.