28 Jahre nach dem Bombenanschlag auf das Berliner „La Belle“

Erinnerung an den Bombenanschlag im  "La Belle" Berlin (Foto: rap2soul)
Erinnerung an den Bombenanschlag im „La Belle“ Berlin (Foto: rap2soul)

In der Nacht vom 4. auf den 5. April 1986 explodierte in der Berliner Discothek „La Belle“ eine Bombe. Drei Menschen starben, 28 weitere wurden schwer verletzt. Rund 250 Personen wurden bei der Explosion das Trommelfell zerrissen. Mitten im Kalten Krieg wurde Berlin (West) zum Opfer eines Terroranschlags. Viele der da,als noch jungen Besucher der Discothek leiden bos heute unter den psychischen Folgen des Anschlags.

Die Discothek La Belle in der Hauptstraße 78 im Berliner Künstlerviertel Fridenau war ein beliebter angesagter Club in der Stadt. Besucher berichten bis heute von schönen Partynächten, friedlich mit Gästen verschiedener Nationen.

Hier war das LaBelle, Hauptstraße 78 in Berlin-Friedenau (Foto: rap2soul)
Hier war das LaBelle, Hauptstraße 78 in Berlin-Friedenau (Foto: rap2soul)

Das LaBelle gehörte zu den Clubs, die auch von zahlreichen Mitgliedern der US-amerikanischen Schutztruppen besucht wurden.Bereits am Tag nach dem Anschlag beschuldigte US-Präsident Ronald Reagan den libyschen Revolutionsführer und de facto Staatschef Muammar al-Gaddafi, das Attentat angeordnet zu haben, um damit die Versenkung zweier libyscher Kriegsschiffe durch US-amerikanische Streitkräfte im März 1986 im Rahmen der Operation Attain Document zu rächen.

Am 12. April 1986 beschlossen die drei westlichen Alliierten für West-Berlin in Abstimmung mit dem Berliner Senat aufgrund des La-Belle-Anschlags umfangreiche Massnahmen zum Schutz der Stadt. Nach dem Anschlag bestand also akute Kriegsgefahr. Die Hintergründe des Anschlags konnten erst nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung geklärt werden. Zwar stand Lybien von Anfang an unter Verdacht, die Schuld des liybischen Volksbüros in Ost-Berlin wurde aber endgültig erst durch die dann zugänglichen Stasi-Akten bestätigt. Erst im Jahr 2003 zeigte sich Lybien zu einer Entschädigung der Opfer bereit. Mehr dazu bei Wikipedia.

Das La Belle befand sich in einem 1929 als Stahlskelettbau unter dem Namen Roxy-Palast als Büro- und Geschäftshaus mit angeschlossenem Kino mit 1106 Sitzplätzen erbauten Gebäude. Das Gebäude gilt als Hauptwerk der Neuen Sachlichkeit des Architekten Martin Punitzer. Die Diskothek LaBelle wurde nach dem Anschlag nicht wiedereröffnet.Ihr damaliger Besitzer eröffnete in der Folge aber weitere Clubs in Berlin. In der Tradition der Partynächte im LaBelle finden auch heute noch Partys in Berlin statt, wie etwa der monatliche Black Music Club Surface von Andreas Kies. Kies selber gehörte damals zu den Stammgästen des LaBelle. Er berichtete in persönlichen Erinnerungen von einem starken Zusammenhalt der Gäste nach dem Anschlag, von Besuchen in den Krankenhäusern um den Freunden aus dem Club beizustehen.

Heute befindet sich in dem Haus ein Bio-Supermarkt. Eine Tafel erinnert an den Anschlag, ihre Inschrift: „In diesem Haus wurden am 5. April 1986 junge Menschen durch einen verbrecherischen Bombenanschlag ermordet.“

Um 1.45 Uhr explodierte am 5. April 1986 eine drei Kilo Bombe, sie war ein mit Nägeln und Eisenstücken angereicherter Sprengsatz, der durch einen elektronischen Zünder zur Explosion gebracht wurde. Der US-Soldat Kenneth T. Ford und die türkische Besucherin Nermin Hannay starben sofort, ein weiterer US-Soldat, James E. Goins, starb kurz darauf im Krankenhaus.

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