Namika: Wir haben versucht einen eigenen Sound zu kreieren – Das Nador Interview

Namika (Foto: rap2soul)
Namika (Foto: rap2soul)

Mit ihrem Debüt „Nador“ begeistert Namika seit dem 24. Juli nicht nur ihre Fans. Ein Auftritt im ZDF-Morgenmagazin hat die Wahl-Berlinerin gegeben. Zuvor gab es bereits am 21. Juli 2015 einen Showcase im Berliner Prince Charles. rap2soul-Chefredakteur Jörg Wachsmuth hat die Gelegenheit genutzt, um Namika nicht nur bei Showcase zu bewundern, sondern auch persönlich zum Interview zu treffen.

Namika mit Jörg Wachsmuth (Foto: rap2soul)
Namika mit Jörg Wachsmuth (Foto: rap2soul)

Namika stammt aus Frankfurt/Main, ihre Familie aber ursprünglich aus marokkanischen Küstenstadt Nador. Aufgewachsen mit 90s-Urban Music, fing sie zu rappen an. Nach dem Umzug nach Berlin kommt nun ein völlig neuer Sound.

Am 29. August 2015 wird sie beim Bundesvision-Song-Contest für Hessen antreten.

rap2soul: Welche Ideen stecken hinter Deiner Musik?

Namika: Sehr viele Ideen. Es ist eine Mischung aus leichten uns schweren Themen. Es sind Themen aus dem Leben. Soundtechnisch geht das alles in eine relativ neue Richtung. Es ist auf jeden Fall Hip Hop lastig allerdings auch mit alternativen Pop-Elementen.

rap2soul: Eine neue Richtung Musik?

Namika live im Prince Charles Berlin 2015 (Foto: rap2soul)
Namika live im Prince Charles Berlin 2015 (Foto: rap2soul)

Namika: Ja, wir haben versucht einen eigenen Sound zu kreieren. Und in Anbetracht der Tatsache, dass ich früher – auch noch unter anderem Namen – sehr viel über 90s-Beats gerappt habe, ist es eine Veränderung. Eine Weiterentwicklung.

rap2soul: Hast Du für diesen neuen Sound schon ein Begriff gefunden oder ist es noch der Prozess?

Namika: Es ist noch der Prozess. Schlag mal ein Begriff vor. Hast Du schon was gefunden?

rap2soul: Noch nicht, nach dem Auftritt. Wenn Du auf der Bühne stehst, was kann das Publikum von Dir erwarten?

Namika: Das Publikum kann erwarten, dass es eine coole Live-Show wird. Ich hab eine super Band am Start. Bin total Happy meine Songs das erste Mal spielen zu dürfen. Das Publikum soll einer mit guter Laune herkommen und der Rest wird schon passieren.

Namika live im Prince Charles Berlin 2015 (Foto: rap2soul)
Namika live im Prince Charles Berlin 2015 (Foto: rap2soul)

rap2soul: Die Entwicklung vom Hip Hop zu diesem neuen Sound, wie ist dieser Prozess entstanden?

Namika: Ich hatte einfach mehr Möglichkeiten. Es ist ein komplett neues Ding. Ich kam in ein neues Umfeld, ich kam nach Berlin. Ich hatte das Privileg mit Profis zusammen zu arbeiten. Produzenten die Beatgees und die sind megakrass in dem was sie machen. Dadurch hatte ich die Chance komplett neue Soundfindungen durchzuführen. Die Veränderung mit den Beatgees war für mich die Chance mich weiterzuentwickeln. Vorher hatte ich mein eigenes Kämmerchen, hab meine Beats gemacht auf Frutiyloops und jetzt hab ich irgendwie ein krasses Produzententeam gehabt.

rap2soul: Wie viel steckt von Dir jetzt in der Musik?

Namika: Wir haben alles von null auf zusammen gemacht. Klar gab es auch Beats, die sie schon in der Library hatten, die ich dann unbedingt haben wollte, aber im Großen und Ganzen haben wir alles von null auf zusammen gemacht. Wie in so einer Kreativschmiede eben. Wir waren einfach zusammen kreativ, das ist dabei entstanden.

rap2soul: Die orientalischen Einflüssen, wie sind sie in das Album gekommen?

Namika: Die bringe ich mit. Die habe ich mit einfließen lassen, hört man ja hier und da.

rap2soul: Wie haben Deine Wurzeln Deine Musik beeinflusst?

Namika: Überhaupt nicht beeinflusst. Ich bin das halt so. Ich bin in Deutschland aufgewachsen, groß geworden. Ich hab das Deutsche in mir sowie das Marokkanische. Eine Schicht Marokko ist in mir drin. Hab ich von zu Hause mitbekommen und das bin ich. Ich würde nicht sagen, dass etwas Äußeres auf mich eingewirkt hat. Und ich es dann wieder weitergegeben habe.

rap2soul: Wie sieht es mit dem Elternhaus aus. Welche Musikrichtung haben Dir deine Eltern mitgegeben?

Namika mit Ali As live im Prince Charles Berlin 2015 (Foto: rap2soul)
Namika mit Ali As live im Prince Charles Berlin 2015 (Foto: rap2soul)

Namika: Meine Eltern waren jetzt nie so die Musikfans, klar hier und da mal ein bisschen Musik gehört, aber meine Tante hat mich am meisten geprägt und das war eher 1990s Hip Hop. Aber es ist klar, wenn man in Marokko im Urlaub war und dann auf dem Basar rumgeschlendert ist, dann lief halt irgendwie die neuste marokkanische Musik.  Klar hat es mich auch interessiert und ich hab mir dann CDs gekauft und das dann angehört und auch dadurch sind da ein paar Einflüsse drin in meiner Musik. Aber das orientalische ist gar nicht so ausgeprägt auf dem Album. Klar hier und da mal mit einem Vokal-Sample, mit einer kleinen Melodieführung, die wenig deutsch oder poppig klingt.

rap2soul: Wie schaut es mit Tourplänen aus?

Namika: Ich gehe mit Teesy auf Tour, im Oktober startet die. Ich freu mich total, ich darf seinen Support machen. Und dann steht der Bundesvisionsongcontest an am 29. August 2015. In Bremen dieses Jahr. Ich trete für Hessen an. Und für November steht meine eigene Tour an und dann geht es erst mal in den Urlaub.

Noch mehr Fotos vom Interview und Showcase am 21.07.2015 in Berlin findet Ihr auf der Facebook-Seite von rap2soul!

Über Jörg Wachsmuth 625 Artikel
Jörg Wachsmuth gehört zu den beiden Gründern von rap2soul. Er ist Chefredakteur des Portals. Wachsmuth gehörte zur OffAir-Crew von Kiss FM Berlin, war von 1994 bis 2005 Moderator und Redakteur bei Radio Jam FM und ist aktuell Moderator von Radio BHeins in Potsdam. Der ausgebildete PR-Berater und Journalist ist auch Mitglied der Jury 25 "Soul, R&B und Hip Hop" beim Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.

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