Anderson .Paak „Malibu“

Auf dem COACHELLA-Festival im April hat Anderson .Paak performt und Dr. Dre sowie Kendrick Lamar auf die Bühne geholt für einen Cameo-Auftritt. Mit seinem Förderer interpretierte er die Hip-Hop-Klassiker „California Love“, „Still D.R.E.“ and „The Next Episode“. Sein aktuelles Album „Malibu“ enthält erfrischenden Westcoast-Surf-Soul, hat soeben die Bestenliste des Preises der deutschen Schallplattenkritik geentert und ist aus diesem Anlass unser „Album des Monats“ im Mai. Dies alles übrigens vor dem Hintergrund, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass die internationale Musiköffentlichkeit den Kalifornier ohne die Starthilfe von Dr. Dre übersehen hätte:

Story-tellender Krächz-Gesang

Sechs Features beim Doc später verschärft der Mann, der sich früher Breezy Lovejoy nannte, die Einschreibungskriterien für Jahresbestenlisten schon im Frühling. Stimmlich an Remy Shand erinnernd und vom Stil her in nachbarschaftlicher Beziehung zu dem Kanadier, beginnt das 16-Track-Album mit „Bird“, doch der Opener ist nur Vorspiel für das gewaltige „Heart don’t stand a chance“: schräg wie ein schräger Prince-Song, mit story-tellendem Sprechgesang, der stellenweise mehr gekrächzt als gesungen ist, und – bereits Ohrwurm geworden – mit einem Surfer-Wortfetzen endet, der den Waschgang im Weißwasser einer Malibu-Welle schildert (und sich im Kontext des Artworks bewegt).

Wellenbrecher zwischen Hip-Hop, Soultradition und dem „South-Calif’a-Hier-und-Jetzt“

Der junge Künstler fühlt sich als Wellenbrecher zwischen Hiphop, Soultradition und dem „South-Calif’a-Hier-und-Jetzt“ sauwohl. Dafür steht auch die Single „Am I wrong feat. Schoolboy Q“, deren Uptempo-Discofunk den Protagonisten des Westcoast-Labels SOLAR (u. a. Dynasty, Lakeside, Klymaxx, Shalamar) huldigt. Anderson .Paak steht für einen Sound-of-Los-Angeles.2punkt0, der frisch produziert und ungeheuer spannend ist. Lediglich Schlussredakteure werden wegen der unorthodoxen Interpunktion bei dem Mann aus Malibu zweimal hinsehen müssen …

Einblicke in die Proben mit Dr. Dre: Beats by Dre Presents Anderson .Paak, „All in a Day’s Work“ f/ Dr. Dre.

Anderson .Paak live in Europa:
7. Juli 2016: Frauenfeld Open Air in der Schweiz
8. Juli 2016: Splash!, Ferropolis (nahe Wittenberg)

pelione fm kopfbild wpDas rap2soul-Album des Monats gibt es zum hören: Montag – Freitag zwischen 8:00 und 9:00 Uhr in Mr. Sunrise und täglich zwischen 18:00 und 19:00 Uhr auf Radio PELIONE.FM

 

Künstler: Anderson .Paak | Album: Malibu | Label: Steel Wool / Membran | Genre: Hip Hop | VÖ: 15. Januar 2016 | Album des Monats Mai 2016

Label/Vertrieb: Steel Wool Entertainment / Membran

 

Über Torsten Fuchs 514 Artikel
Torsten Fuchs ist ein Experte der Black Music und bereits früh als Redakteur zu rap2soul gekommen. Torsten schreibt CD-Kritiken für mehrere Magazine. Als Moderator war er für JAM FM tätig, zuvor war er auch bereits bei Radio PSR und als Showhost bei MDR Sputnik. Torsten Fuchs ist Mitglied beim Preis der Deutschen Schallplattenkritik e.V. in der Jury für "Hip Hop, Soul, R&B".

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