Denzel Curry: „Commercial Rap is dead“ – ein Weckruf für Hip-Hop

Der US-Rapper Denzel Curry hat mit einem leidenschaftlichen Rant auf Instagram die Diskussion über den Zustand des Hip-Hop neu entfacht. „Commercial rap is dead, and I’m here for it“, schrieb der Künstler aus Florida und kritisierte damit die aktuelle Ausrichtung des Mainstreams. Seine Worte wurden von US-Medien wie Rap-Up und Complex sowie britischen Plattformen wie HipHopHero aufgegriffen und haben international für Aufmerksamkeit gesorgt.

Curry bemängelte, dass die Musikindustrie kaum noch spannende Impulse liefere. Viele Songs seien „trash from the jump“, imitativ und oberflächlich. Statt auf Authentizität und Sound zu setzen, würden Künstler zu sehr auf Styling und Image achten. „Fk how cool you dress. Bch, sound good too“, schrieb er in einer seiner Stories. Dabei betonte er, dass es manchmal einen „Hater“ brauche, um die Wahrheit auszusprechen.

DEnzel Curry Cover Black Baloons (Cover)
Denzel Curry Cover Black Baloons (Cover)

Besonders deutlich wurde Curry, als er die Idee eines neuen „Big Three“ – also einer Nachfolgegeneration zu Kendrick Lamar, Drake und J. Cole – ablehnte. „We don’t need another Big 3“, erklärte er. Für ihn liegt das Problem nicht in fehlenden Stars, sondern in mangelndem Respekt zwischen den Generationen. Während viele Veteranen die jüngeren Künstler nicht ernst nehmen, fehle es den Newcomern an Hingabe für das Handwerk.

Seine Kritik reiht sich ein in eine Serie von Stimmen, die den Zustand des Genres hinterfragen. Bereits Travis Scott hatte im Frühjahr beklagt, dass viele Beats gleich klingen, während JPEGMAFIA im Sommer erklärte, Fans wollten „nicht mehr hören, wie Drake über Frauen klagt“. Curry selbst arbeitet derzeit an neuen Projekten, darunter ein Soloalbum und das Kollaborationsprojekt Strictly For The Scythe. Mit seiner jüngsten Single „Him“ für einen Filmsoundtrack zeigte er, dass er trotz Kritik weiter kreativ bleibt.

Auch in UK-Medien wie HipHopHero wurde seine Haltung diskutiert. Dort erinnerte man an frühere Aussagen Currys, wonach er sich vom Musikgeschäft entfremdet fühle und die Leidenschaft fürs Rappen verloren habe. Diese neue Attacke gegen den Mainstream wirkt daher wie eine konsequente Fortsetzung seiner kritischen Haltung. | mit KI

 

Über Jörg Wachsmuth 2723 Artikel
Jörg Wachsmuth gehört zu den beiden Gründern von rap2soul. Er ist Chefredakteur des Portals. Wachsmuth gehörte zur OffAir-Crew von Kiss FM Berlin, war von 1994 bis 2005 Moderator und Redakteur bei Radio Jam FM und später als Moderator von Radio BHeins in Potsdam (2015 - 2018). Aktuell ist er Chef und Morgenmoderator bei PELI ONE - Dein neues Urban Music Radio. Der ausgebildete PR-Berater und Journalist ist auch Mitglied der Jury 25 "Soul, R&B und Hip Hop" beim Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.

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