Ermittlungen zum Tod von Xatar abgeschlossen – Kein Fremdverschulden laut Gutachten

Mehr als vier Monate nach dem plötzlichen Tod von Rapper Xatar (bürgerlich: Giwar Hajabi) hat die Staatsanwaltschaft Köln ihre Ermittlungen abgeschlossen. Wie nun bekannt wurde, ergab ein chemisch-toxikologisches Gutachten keine Hinweise auf Fremdeinwirkung. Damit endet ein Kapitel voller Spekulationen und offener Fragen – doch viele Details bleiben weiterhin im Dunkeln.

 

Xatar im Knast (Foto: Vice)
Xatar im Knast (Foto: Vice)

Xatar wurde am 8. Mai 2025 leblos in einer Wohnung in der Kölner Innenstadt aufgefunden. Die Umstände seines Todes sorgten für Unruhe in der Deutschrap-Szene und unter seinen Fans. Besonders auffällig war die Diskrepanz beim Todesdatum: Während offizielle Stellen den 8. Mai nannten, trug seine Ehefrau Farvah Heidari bei der Beerdigung ein Schild mit dem 7. Mai als Sterbedatum. Diese Abweichung nährte Gerüchte und ließ Raum für Spekulationen.

Das nun veröffentlichte Gutachten bestätigt, was bereits die Obduktion und Zeugenaussagen nahelegten: Es gibt keine Anzeichen für ein strafrechtlich relevantes Fremdverschulden. Aus Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte des Verstorbenen und seiner Angehörigen werden keine weiteren Details zur Todesursache veröffentlicht.

Xatar war eine der prägendsten und zugleich kontroversesten Figuren im deutschen Rap. Sein Debütalbum „Alles oder Nix“ erschien 2008 und markierte den Beginn einer Karriere, die von musikalischem Erfolg und juristischen Eskapaden gleichermaßen geprägt war. 2009 war er in einen spektakulären Goldraub verwickelt, bei dem 120 Kilogramm Zahngold und Schmuck im Wert von 1,8 Millionen Euro erbeutet wurden. Nach seiner Festnahme im Irak und der Verurteilung in Deutschland begann er im Gefängnis eine Musikkarriere – sein Album „Nr. 415“ entstand vollständig hinter Gittern.

Bis kurz vor seinem Tod arbeitete Xatar an neuen Songs. Medien berichten von einer fast fertiggestellten Single, die nun posthum erscheinen könnte. Ein großes Tribute-Konzert zu seinen Ehren ist für Mai 2026 in der Kölner Lanxess Arena geplant.

Der Tod von Xatar hinterlässt eine Lücke in der Szene – und viele offene Fragen. Doch das Gutachten bringt zumindest juristische Klarheit. | mit Ki

Über Jörg Wachsmuth 2723 Artikel
Jörg Wachsmuth gehört zu den beiden Gründern von rap2soul. Er ist Chefredakteur des Portals. Wachsmuth gehörte zur OffAir-Crew von Kiss FM Berlin, war von 1994 bis 2005 Moderator und Redakteur bei Radio Jam FM und später als Moderator von Radio BHeins in Potsdam (2015 - 2018). Aktuell ist er Chef und Morgenmoderator bei PELI ONE - Dein neues Urban Music Radio. Der ausgebildete PR-Berater und Journalist ist auch Mitglied der Jury 25 "Soul, R&B und Hip Hop" beim Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.

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