„Let’s work“ Rapper The Game fordert Deutschrapper zu Kollabo auf

The Game hat mehreren Deutschrappern wie Lakmann, Nate57 und Eurothug via Instagram-DM die knappe Aufforderung „Let’s work“ geschickt und damit Features angeboten. Die Reaktionen fallen gemischt aus – von Spott bis Skepsis, auch wegen früherer Vorwürfe gegen den US-Rapper.

Rapper The Game (Foto: PR-Bild)

In einer überraschenden Wendung der üblichen Feature-Dynamik im Rap hat sich der US-Star The Game direkt bei deutschen Rappern gemeldet. Normalerweise sind es die Künstler aus Deutschland, die bei US-Kollegen anklopfen, doch diesmal kam die Initiative aus Compton. Mehrere Rapper wie Lakmann, Nate57 und Eurothug berichteten in ihren Instagram-Storys, dass sie eine Nachricht von The Game erhalten hätten. Der Inhalt war knapp, aber deutlich: „Let’s work“.

Die Reaktionen auf diese Offerte sind jedoch alles andere als euphorisch. Nate57 erklärte, die Nachricht sei später wieder zurückgezogen worden. Eurothug nutzte die Gelegenheit, um den Spieß umzudrehen: Er antwortete, er sei zu einer Zusammenarbeit bereit – allerdings nur, wenn The Game ihm 5.000 Dollar zahle. Zudem machte er sich öffentlich über den berüchtigten „Red Roses, white ceiling“-Freestyle des US-Rappers lustig. Lakmann wiederum markierte in seiner Story den Berliner Rapper Silla, der bereits Erfahrungen mit The Game gesammelt hatte. Silla hatte Ende 2024 öffentlich Vorwürfe erhoben, The Game habe ihn um 8.000 Dollar für ein Feature betrogen. Erst im August 2025 kam es zu einem halbherzigen Happy End: Statt einer Strophe lieferte The Game lediglich eine Hook für den Track „Move“.

Diese Vorgeschichte erklärt, warum die Begeisterung über die neuen DMs eher verhalten bleibt. The Game ist in seiner Karriere mehrfach mit Vorwürfen konfrontiert worden, andere Rapper finanziell über den Tisch zu ziehen. Dass er nun proaktiv deutsche Künstler anschreibt, wirkt daher weniger wie ein Zeichen von Respekt, sondern eher wie ein Versuch, neue Deals zu generieren. Ob daraus tatsächlich ernsthafte Kollaborationen entstehen, bleibt fraglich. Klar ist jedoch: Mit seiner knappen Botschaft „Let’s work“ hat The Game die Diskussion im Deutschrap erneut angeheizt. | mit KI

Über Jörg Wachsmuth 2723 Artikel
Jörg Wachsmuth gehört zu den beiden Gründern von rap2soul. Er ist Chefredakteur des Portals. Wachsmuth gehörte zur OffAir-Crew von Kiss FM Berlin, war von 1994 bis 2005 Moderator und Redakteur bei Radio Jam FM und später als Moderator von Radio BHeins in Potsdam (2015 - 2018). Aktuell ist er Chef und Morgenmoderator bei PELI ONE - Dein neues Urban Music Radio. Der ausgebildete PR-Berater und Journalist ist auch Mitglied der Jury 25 "Soul, R&B und Hip Hop" beim Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.

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