Malte Pittner, Gründungsmitglied der Hamburger Hip-Hop-Formation Deichkind, ist im Alter von 47 Jahren nach langer Krankheit verstorben. Er prägte die ersten beiden Alben der Band entscheidend und bleibt als kreativer Kopf der deutschen Musikszene unvergessen.
Malte Pittner: Ein kreativer Kopf der frühen Deichkind-Jahre

Die deutsche Musikszene trauert um Malte Pittner, der im Alter von nur 47 Jahren verstorben ist. Der Hamburger Musiker gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Hip-Hop-Formation Deichkind, die 1997 in Hamburg-Bergedorf ins Leben gerufen wurde. Pittner prägte die Band in ihren Anfangsjahren maßgeblich und war bis 2005 Teil der Gruppe. Sein Tod nach langer Krankheit wurde von Deichkind selbst über Instagram bekanntgegeben – verbunden mit emotionalen Worten über einen „genialen Musiker, Entertainer und unglaublich talentierten Songwriter und Texter“.
Frühe Jahre und Gründung von Deichkind
Gemeinsam mit Philipp Grütering gründete Pittner Deichkind 1997. Die Band kombinierte humoristische Texte im Hamburger Dialekt mit klassischer Hip-Hop-Produktion – ein Ansatz, der zunächst polarisierte, aber bald Kultstatus erreichte. Das Debütalbum „Bitte ziehen Sie durch“ (2000) schaffte es in die Top 20 der deutschen Charts und machte die Formation über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannt. Auch das zweite Album „Noch fünf Minuten Mutti“ (2002) trug Pittners Handschrift und gilt bis heute als Meilenstein der Bandgeschichte.
Musikalische Bedeutung
Pittner war nicht nur Rapper, sondern auch Songwriter und Texter. Seine Arbeit verlieh Deichkind eine unverwechselbare Mischung aus Ironie, Gesellschaftskritik und Entertainment. Mit ihm entstanden Songs, die bis heute auf Partys laufen und die deutsche Hip-Hop-Szene nachhaltig beeinflussten. Auch am dritten Studioalbum, das 2006 erschien, wirkte er noch mit – darunter an der legendären Hymne „Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)“, die Deichkind endgültig als Party-Phänomen etablierte.
Abschied von Deichkind und neue Wege
2005 verließ Pittner die Band. Danach arbeitete er unter anderem für die Gruppe Texas Lightning, die Deutschland 2006 beim Eurovision Song Contest vertrat und mit dem Song „No No Never“ einen Nummer-1-Hit landete. In den folgenden Jahren zog sich Pittner zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück, blieb aber in der Erinnerung vieler Fans als prägender Kopf der frühen Deichkind-Jahre präsent.
Reaktionen und Vermächtnis
Die Nachricht von seinem Tod löste große Bestürzung aus. Fans und Weggefährten würdigten Pittner in den sozialen Medien als „Legende seit den ersten Zeilen“ und dankten ihm für „ein wunderbares Stück Musikgeschichte“. Für Deichkind ist es bereits der zweite schwere Verlust: 2009 starb Produzent Sebastian Hackert im Alter von nur 32 Jahren. Pittners Tod erinnert die Szene daran, wie sehr einzelne Persönlichkeiten die Entwicklung einer Band prägen können.
Bedeutung für die deutsche Musik
Malte Pittner bleibt als Musiker in Erinnerung, der die deutsche Hip-Hop- und Elektro-Szene mitgestaltet hat. Seine Texte und Performances verbanden Witz mit Tiefgang und machten Deichkind zu einer Ausnahmeerscheinung. Auch wenn er sich später aus dem Rampenlicht zurückzog, lebt sein Einfluss in den Songs weiter, die bis heute gespielt werden. Sein Vermächtnis ist ein Stück deutscher Musikgeschichte, das Generationen von Fans geprägt hat.
Malte Pittner war mehr als ein Gründungsmitglied – er war ein kreativer Motor, der Deichkind in den frühen Jahren entscheidend formte. Mit seinem Tod verliert die deutsche Musikszene einen Künstler, dessen Werk weit über die Grenzen des Hip-Hop hinausstrahlt. | mit Ki
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