Oxmo Puccino, der poetische Grandseigneur des französischen Rap, verabschiedet sich mit einem letzten musikalischen Statement: „La Hauteur de la Lune“. Sechs Jahre nach „La Nuit du réveil“ präsentiert der Pariser MC ein Album, das als Vermächtnis konzipiert ist – ein konzentrierter Blick auf Leben, Zeit und Wahrheit in einer Ära der Meinungsinflation.

Das neunte Studioalbum ist mehr als ein musikalisches Werk – es ist ein künstlerisches Testament. Oxmo beschreibt es als „nicht wirklich entschieden, sondern vom Unbewussten gewollt“. Die zehn Tracks sind geprägt von tiefgründigen Texten, eleganten Metaphern und klanglicher Vielfalt. Besonders hervorzuheben ist der Song „Ne pas m’aimer“, ein Duett mit MC Solaar, das als symbolischer Schulterschluss zweier französischer Rap-Legenden gilt. „Claude hat den Weg geöffnet“, sagt Oxmo über Solaar – ein stilles Dankeschön für jahrzehntelange Parallelen und gegenseitige Inspiration.
Weitere Gäste auf dem Album sind Tuerie („Magique“), Josman („2cm à l’heure“) und Vanessa Paradis, die dem Titeltrack eine fragile Schönheit verleiht. Oxmo bleibt seinem Ruf als „poétiseur“ treu – jemand, der mit Worten Welten erschafft und Orientierung bietet. Auch wenn er sich vom Albumformat verabschiedet, bleibt seine Stimme präsent: in Theater, Literatur, Podcasts und auf der Bühne.
„La Hauteur de la Lune“ ist kein Abgesang, sondern ein leiser Triumph. Ein Album, das bleibt – wie der Mond, hoch über allem. | mit Ki
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