Was als musikalische Zusammenarbeit begann, endet nun vor Gericht: Der New Yorker Rapper Cam’ron hat Klage gegen J. Cole eingereicht. Hintergrund ist der gemeinsame Track „Ready ’24“, der 2024 auf Coles Mixtape Might Delete Later erschien. Cam’ron wirft Cole vor, eine mündliche Vereinbarung gebrochen zu haben – und fordert nun Mitschrift, Gewinnbeteiligung und rechtliche Anerkennung seiner Mitwirkung.

Laut Gerichtsunterlagen, die unter anderem Rolling Stone und The Source vorliegen, hatte Cam’ron im Juni 2022 seine Verse für „Ready ’24“ aufgenommen – unter der Bedingung, dass J. Cole im Gegenzug auf einem seiner eigenen Songs mitwirkt oder zumindest in seinem Podcast It Is What It Is erscheint. Doch laut Cam’ron blieb diese Gegenleistung aus: Zwischen Juli 2023 und April 2024 habe er mehrfach versucht, Cole zur Einlösung des Versprechens zu bewegen – ohne Erfolg.
Besonders brisant: Cam’ron wurde zwar als Co-Autor der Komposition gelistet, jedoch nicht als Performer – obwohl seine Stimme auf dem Track zu hören ist. Zudem fordert er eine vollständige Offenlegung der Einnahmen aus dem Song, die laut seiner Schätzung bereits über 500.000 US-Dollar liegen. Die Klage verlangt eine gerichtliche Anerkennung als Miturheber der Aufnahme und eine anteilige Auszahlung der Gewinne.
J. Cole und sein Label Universal Music Group haben sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. Auch eine Stellungnahme zu den rechtlichen Forderungen Cam’rons steht aus. Die Klage wurde beim Bundesgericht in Manhattan eingereicht und umfasst sieben Seiten, in denen Cam’ron detailliert darlegt, wie Cole sich angeblich aus der Vereinbarung herausgewunden habe.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Schattenseiten der Musikindustrie, in der mündliche Absprachen und „Handshake Deals“ oft gängige Praxis sind – und ebenso oft zu Konflikten führen. Gerade im Hip-Hop, wo Kollaborationen häufig spontan entstehen, zeigt sich hier, wie wichtig klare vertragliche Regelungen sind.
Für Cam’ron ist die Klage nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch der künstlerischen Anerkennung. Der Harlem-Veteran, bekannt für seine Rolle in der Diplomats-Crew und seine Podcast-Erfolge, will sich nicht mit einem bloßen Credit zufriedengeben. Er fordert, was ihm seiner Meinung nach zusteht – und bringt damit einen der größten Namen im Rap vor Gericht.
Ob J. Cole sich auf einen Vergleich einlässt oder die Sache vor Gericht ausgetragen wird, bleibt abzuwarten. Klar ist: Der Streit um „Ready ’24“ ist mehr als nur ein juristisches Detail – er ist ein Symbol für die oft unsichtbaren Machtverhältnisse hinter den Kulissen der Hip-Hop-Welt.
Quellen: Rolling Stone, The Source, Hot97【4†source}.|mit Ki
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