Was wie ein musikalisches Märchen klingt, ist Realität: Reinhard Mey, der Grandseigneur des deutschen Liedermacher-Genres, erlebt mit seinem 55 Jahre alten Song „In meinem Garten“ ein unerwartetes Comeback – ausgelöst durch die Netflix-Doku „Babo – Die Haftbefehl-Story“. In einer emotionalen Szene spielt Haftbefehl das Lied auf seinem Handy ab, singt mit brüchiger Stimme und kommentiert: „Brutaler Song“.
Reinhard Mey & Haftbefehl: Wenn Liedermacher auf Rap trifft – ein musikalisches Wunder

Die Resonanz ist gewaltig: Der Song steigt auf Platz 15 der deutschen Charts – Meys höchstplatzierter Hit überhaupt. Damit übertrifft er sogar seine Klassiker „Annabelle, ach Annabelle“ und „Mann aus Alemannia“. Für Mey, der über 500 Songs geschrieben hat, ist das ein historischer Moment. Noch nie zuvor hat ein deutschsprachiger Song so lange gebraucht, um erstmals in die Charts einzusteigen.
Doch die Geschichte geht tiefer. Mey, zunächst skeptisch gegenüber der Doku, gab nach dem Ansehen die Freigabe für seinen Song. In einem öffentlichen Statement auf seiner Website wandte er sich direkt an Haftbefehl, der bürgerlich Aykut Anhan heißt: „Danke, Aykut, für Deine Zuneigung und all das, was gerade daraus in unserem Garten erblüht“.
Diese Geste zeigt, wie Musik Brücken schlagen kann – zwischen Generationen, Genres und Lebensrealitäten. Meys poetische Tiefe trifft auf Haftbefehls schonungslose Ehrlichkeit. Das Ergebnis: ein Moment, der die deutsche Musiklandschaft nachhaltig berührt. | mit Ki
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