Detroit-Rapper Royce Da 5’9″ hat in einem bewegenden Interview mit Rolling Stone offenbart, dass er jahrelang gegen eine seltene neurologische Erkrankung namens linguale Dystonie kämpfte – eine Störung, die seine Fähigkeit zu sprechen und Musik aufzunehmen massiv beeinträchtigte.

Die Erkrankung äußert sich durch unwillkürliche Muskelbewegungen der Zunge und des Gesichts, was für einen Künstler wie Royce, der für seine komplexen Reimstrukturen bekannt ist, eine existenzielle Bedrohung darstellte. „Es gibt eine Art Unterbrechung in der Nervenübertragung meiner Zunge“, erklärte er. Die Symptome ähnelten denen von Parkinson oder ADHS, ausgelöst durch eine genetische Mutation des sogenannten COMT-Gens, das die Verarbeitung von Dopamin verlangsamt.
Zusätzlich zu dieser genetischen Komponente waren seine Hirnnerven und der Vagusnerv entzündet, was zu einem Dopamin-Ungleichgewicht zwischen den beiden Gehirnhälften führte. Die Folge: Sprachprobleme, Gesichtszuckungen und eine lange Odyssee durch Fehldiagnosen und Medikamententests.
Trotz dieser gesundheitlichen Rückschläge blieb Royce kreativ aktiv – wenn auch nicht am Mikrofon. Während der Produktion des posthumen Albums Harlem’s Finest: Return of the King von Big L, das am Halloween 2025 erschien, fungierte er als Executive Co-Producer. Das Album enthält Features von Nas, Method Man, Mac Miller, JAY-Z und Joey Bada$$.
„Ich wünschte, ich hätte während der Albumproduktion aufnehmen können“, sagte Royce rückblickend. Doch seine gesundheitliche Situation ließ dies nicht zu. Erst jetzt, nach Jahren der Behandlung, kann er langsam wieder ins Studio zurückkehren. „Ich bin fast durch“, so der 47-Jährige optimistisch.
Die Offenheit, mit der Royce über seine Erkrankung spricht, ist bemerkenswert. In einer Szene, die oft Stärke und Unverwundbarkeit zelebriert, setzt er ein Zeichen für Verletzlichkeit, Resilienz und Selbstfürsorge. Sein Kampf erinnert daran, dass auch Hip-Hop-Ikonen Menschen sind – mit echten Herausforderungen und echten Comebacks.
Für Fans und Kollegen ist seine Rückkehr ins Studio ein Hoffnungsschimmer. Nicht nur, weil sie sich auf neue Musik freuen dürfen, sondern weil Royce Da 5’9″ zeigt, dass man selbst in der Stille seine Stimme nicht verliert – solange man seine Mission kennt. | mit KI
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