Spotify hat mit der Einführung seiner neuen Chat-Funktion „Messages“ einen Schritt in Richtung Social-Media-Plattform gewagt. Nutzer können ab sofort Songs, Podcasts und Hörbücher direkt in der App teilen und sich darüber austauschen – ganz ohne den Umweg über WhatsApp oder Instagram. Ziel ist es, die Interaktion innerhalb der Spotify-Community zu stärken und Künstlern mehr Reichweite zu verschaffen.

Doch die neue Funktion sorgt nicht nur für Begeisterung. Kritische Stimmen werfen Spotify vor, mit „Messages“ auch eine neue Form der Nutzerüberwachung zu etablieren. Zwar betont das Unternehmen, dass Nachrichten verschlüsselt übertragen und gespeichert werden, doch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung fehlt bewusst. Stattdessen scannt Spotify alle Nachrichten „proaktiv“ auf Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen – etwa rechtswidrige oder schädliche Inhalte.
Besonders brisant: Laut einem Bericht von Raptastisch könnten die Inhalte der Chats auch zur Personalisierung von Musikempfehlungen herangezogen werden. Damit würde Spotify nicht nur Gespräche moderieren, sondern auch analysieren – ein Schritt, der Datenschützer aufhorchen lässt.
Die Funktion ist derzeit auf Eins-zu-eins-Chats beschränkt und nur für Nutzer ab 16 Jahren verfügbar. Wer keine Lust auf digitale Gespräche hat, kann „Messages“ in den Einstellungen deaktivieren oder einzelne Kontakte blockieren.
Ob Spotify mit diesem Feature wirklich den Nerv der Zeit trifft oder sich mit der Überwachung ins Abseits manövriert, bleibt abzuwarten. Klar ist: Die Musikplattform will mehr sein als nur ein Streaming-Dienst – und das bringt neue Chancen, aber auch neue Risiken. | mit KI
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