SZA kritisierte die Nutzung ihres Songs „Big Boys“ in einem pro-ICE-Video des Weißen Hauses als „evil n boring“. Die Administration reagierte ungewöhnlich höflich und bedankte sich bei ihr für die „zusätzliche Aufmerksamkeit“ – ein PR-Schachzug, der in US- und UK-Medien große Resonanz fand.
SZA vs. White House: Streit um ICE-Video eskaliert in den Medien

Die US-Sängerin SZA hat scharf gegen das Weiße Haus protestiert, nachdem ihre Songzeile „It’s cuffing season“ aus dem Track Big Boys ohne ihre Zustimmung in einem pro-ICE-Video verwendet wurde. Das Video zeigte Szenen von Verhaftungen durch Immigration and Customs Enforcement (ICE) und wurde mit der ironischen Caption „Bad news for criminal illegal aliens. Great news for America“ versehen.
SZA reagierte empört auf X/Twitter: „White House rage baiting artists for free promo is PEAK DARK … inhumanity + shock and awe tactics … Evil n Boring.“ Ihr Manager Punch warf der Administration vor, Künstler bewusst zu provozieren, um Reichweite für politische Botschaften zu generieren.
Statt sich zu entschuldigen, antwortete die Sprecherin des Weißen Hauses, Abigail Jackson, mit einem bemerkenswert höflichen Statement: „Thank you, SZA, for drawing even more attention to the tremendous work America’s ICE officers are doing.“ Diese „Kill ’em with kindness“-Strategie wurde von Kommentatoren als kalkulierter PR-Schachzug bewertet.
Die Kontroverse schlug hohe Wellen in den US- und UK-Medien. Variety und Rolling Stone berichteten über den Konflikt und stellten ihn in eine Reihe mit ähnlichen Fällen: Erst kürzlich hatten Sabrina Carpenter und Olivia Rodrigo ihre Songs in ICE-Videos entdeckt und öffentlich dagegen protestiert. Carpenter nannte das Vorgehen „evil and disgusting“, Rodrigo sprach von „racist, hateful propaganda“.
Auch britische Medien wie The Independent griffen den Fall auf und betonten die Strategie des „rage baiting“ – Künstler sollen durch die unautorisierte Nutzung ihrer Werke zu Reaktionen gezwungen werden, die wiederum die Reichweite der Regierungsbotschaften erhöhen.
Die Episode zeigt die zunehmend komplexe Beziehung zwischen Popkultur und Politik. Während Künstler ihre Musik als Ausdruck von Kreativität und Identität verstehen, nutzt die Regierung virale Songs als Vehikel für politische Kommunikation. Für SZA und ihre Kolleginnen ist dies nicht nur ein Eingriff in ihre Rechte, sondern auch ein Missbrauch ihrer Kunst für eine Agenda, die sie als unmenschlich empfinden.
Ob die höfliche Antwort des Weißen Hauses eine neue Kommunikationsstrategie markiert oder nur ein einmaliger PR-Move war, bleibt offen. Klar ist jedoch: Der Streit hat die Diskussion über den Einsatz von Musik in politischen Kampagnen neu entfacht – und SZA hat mit ihrem Protest die Debatte auf eine globale Bühne gehoben. | mit KI
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