Mit 34 Jahren wurde Zohran Kwame Mamdani am 4. November 2025 zum 111. Bürgermeister von New York City gewählt – und das mit über 1 Million Stimmen, ein Rekord seit 1969. Doch Mamdani ist nicht nur Politiker, sondern auch ein ehemaliger Rapper, dessen musikalische Vergangenheit nun viral geht. Plattformen wie und Raptastisch zeigen Videos, in denen er rappt, tanzt und politische Botschaften mit Hip-Hop verbindet.
Vom Rapper zum Rathauschef: Zohran Mamdani verändert New York City
Biografische Wurzeln: Von Kampala nach Queens

Zohran Mamdani wurde 1991 in Kampala, Uganda, geboren. Seine Eltern sind der renommierte ugandische Intellektuelle Mahmood Mamdani und die indische Filmemacherin Mira Nair. Ende der 1990er Jahre zog die Familie nach New York, wo Zohran aufwuchs und später Afrikastudien studierte. 2018 erhielt er die US-Staatsbürgerschaft und begann seine politische Karriere als Abgeordneter für den 36. Bezirk in Queens.
Seine Wahl zum Bürgermeister ist ein historischer Meilenstein: Mamdani ist der erste muslimische und südasiatischstämmige Bürgermeister der Stadt und zugleich der jüngste seit über 100 Jahren.
Hip-Hop als politisches Werkzeug
Bevor Mamdani in die Politik ging, war er Teil des ugandischen Hip-Hop-Duos Young Cardamom & HAB, das mit dem Song „#1 Spice“ für den Disney-Film Queen of Katwe internationale Aufmerksamkeit erlangte. Solo veröffentlichte er Tracks wie „#Salaam“, in dem er über das Leben als Muslim in den USA rappt. Zwischen 2015 und 2019 erschienen mehrere Songs auf YouTube, die nun wieder an Reichweite gewinnen.
Sein Stil mischte Einflüsse aus Südsudan, Indien, Atlanta und Lahore – ein Spiegel seiner multikulturellen Herkunft. Mamdani nutzte Rap nicht nur als Ausdrucksform, sondern als politisches Statement. Seine Musik thematisierte soziale Ungleichheit, Rassismus und Migration – Themen, die auch seine politische Agenda prägen.
Der Konflikt mit 50 Cent
Nach seinem Wahlsieg sorgte Mamdani für Aufsehen, als er zu Ja Rule’s „New York“ auf die Bühne trat – ein Song, der für 50 Cent ein rotes Tuch ist. Der Rapper reagierte prompt auf Social Media: Er postete ein Bild eines Grabsteins mit der Aufschrift „RIP NYC – Founded 1624, Died 2025“ und machte deutlich, dass er kein Fan des neuen Bürgermeisters ist.
50 Cent kritisiert Mamdanis Steuerpolitik, die eine Erhöhung für Einkommensmillionäre vorsieht, und warnt vor einem Exodus des „großen Geldes“ aus der Stadt. Mamdani konterte in einem Interview mit MSNBC: „Ich höre trotzdem ‚Many Men‘ von 50 Cent, wenn ich eine Morddrohung bekomme“ – eine Mischung aus Humor und Respekt.
Politische Vision: Sozial, digital, progressiv
Mamdanis Agenda ist ambitioniert: Er fordert kostenlose Busse, Mietpreissicherung, den Ausbau bezahlbaren Wohnraums und eine Erhöhung des Mindestlohns auf 30 Dollar bis 2030. Zudem will er ein Department of Community Safety gründen, das sich um nicht-kriminelle Notfälle wie psychische Krisen kümmert – statt die Polizei zu defundieren.
Sein Wahlsieg basiert auf einer Graswurzel-Kampagne, vielen Kleinspenden und einer starken Social-Media-Strategie. Beobachter sehen in ihm einen Vertreter einer neuen Generation: kulturell verwurzelt, digital präsent und musikalisch versiert.
Rap trifft Rathaus
Zohran Mamdani verkörpert den Wandel in New York City. Seine Herkunft aus Uganda und Indien, seine Vergangenheit als Rapper und seine progressive Politik machen ihn zu einer der spannendsten Figuren der US-Stadtpolitik. Auch wenn 50 Cent ihn kritisiert, zeigt Mamdani, dass man mit Haltung, Humor und Hip-Hop die Herzen vieler New Yorker gewinnen kann. | mit Ki
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