Reshona Landfair, einst nur als „Jane Doe“ aus dem berüchtigten R. Kelly‑Tape von 2001 bekannt, tritt erstmals selbstbewusst ins Licht der Öffentlichkeit. In mehreren neuen Interviews in US‑Medien – darunter Rolling Stone, CBS Mornings, XXL und Yahoo News – sowie in britischen Berichten wie Far Out Magazine erzählt die heute 41‑Jährige ihre Geschichte selbst. Ihr Ziel: Kontrolle über eine Identität zurückzugewinnen, die ihr als Teenager brutal entrissen wurde.

Landfair, die in den 1990ern als Mitglied der Chicago‑Gruppe 4 the Cause erste musikalische Schritte machte, beschreibt in ihrem neuen Memoir Who’s Watching Shorty? detailliert, wie R. Kelly sie ab dem Alter von 13 Jahren manipulierte, isolierte und über Jahre emotional wie körperlich missbrauchte. Ihre Tante Sparkle – selbst R&B‑Sängerin – stellte den Kontakt her, ohne zu ahnen, was folgen würde. Kelly wurde Landfairs „Patenonkel“, doch diese Rolle nutzte er, wie sie heute sagt, als Türöffner für systematisches Grooming.
Der Wendepunkt kam 2001: Kurz vor ihrem 17. Geburtstag erfuhr Landfair, dass ein Video, das Kelly mit ihr im Alter von 14 aufgenommen hatte, landesweit verkauft wurde. Die Veröffentlichung stürzte sie in Schock und Leere – „Ich war hohl, ich war leer“, sagt sie heute. Kelly soll daraufhin ihren Eltern erklärt haben, er sei „in sie verliebt“. 2002 wurde er wegen Kinderpornografie angeklagt, 2008 jedoch freigesprochen – auch, weil Landfair damals vor der Grand Jury leugnete, das Mädchen im Video zu sein. Dies bezeichnet sie heute als „eine meiner größten Lebenslügen“.
Erst die 2019 erschienene Doku Surviving R. Kelly brachte sie dazu, ihre Rolle neu zu bewerten. Sie erkannte, dass ihr Schweigen Kellys Missbrauch an anderen Mädchen begünstigt hatte. 2022 sagte sie schließlich im Chicago‑Prozess gegen ihn aus – ein entscheidender Baustein für seine Verurteilung. Kelly sitzt heute insgesamt über 30 Jahre im Bundesgefängnis.
Mit ihrem Memoir und ihren ersten Interviews will Landfair nun nicht abrechnen, sondern heilen. Sie spricht ruhig, reflektiert, ohne Hass – aber mit dem festen Willen, ihre Geschichte selbst zu erzählen. „Ich wollte endlich in meiner wahren Haut leben“, sagt sie. „Mein wahres Ich ist Reshona Landfair.“
Alle Fakten stammen aus US‑ und UK‑Medien, darunter Rolling Stone, CBS News, XXL, Yahoo News und Far Out Magazine (UK). | mit Ki
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