L.A. Reid vor Gericht: Sexuelle‑Übergriffsprozess startet kommende Woche

Der langjährige Musikmanager Antonio “L.A.” Reid steht ab dem 12. Januar 2026 in New York vor Gericht. Die Zivilklage stammt von Drew Dixon, einer ehemaligen Vice President of A&R bei Arista Records, die Reid beschuldigt, sie im Jahr 2001 sexuell angegriffen zu haben. Der Fall erhält in den USA große Aufmerksamkeit, weil er unter dem New York Adult Survivors Act eingereicht wurde – einem Gesetz, das Betroffenen ermöglicht, auch Jahrzehnte alte Vorwürfe juristisch geltend zu machen.

Dixon behauptet, Reid habe sie während eines gemeinsamen Fluges 2001 auf einem Privatjet gegen ihren Willen geküsst und sexuell berührt. Wenige Monate später soll es zu einem weiteren Übergriff in einem Auto gekommen sein. Sie wirft Reid außerdem vor, ihre Karriere sabotiert zu haben, nachdem sie seine Annäherungsversuche zurückgewiesen habe. Unter anderem soll er potenzielle Signings wie John Legend und einen jungen Kanye West blockiert haben – ein Punkt, der im Prozess ebenfalls eine Rolle spielen wird.

Besonders brisant: Laut mehreren US‑Berichten wird John Legend als Zeuge geladen. Dixon arbeitete damals eng mit ihm zusammen und behauptet, Reid habe aus Rache verhindert, dass Arista den späteren Grammy‑Gewinner unter Vertrag nimmt.

Reid, heute 69 Jahre alt, weist alle Vorwürfe entschieden zurück. Seine Anwälte argumentieren, dass Dixon die Vorwürfe erst Jahrzehnte später erhoben habe und dass angebliche finanzielle Schäden – etwa entgangene Provisionen – nicht eindeutig auf Reid zurückzuführen seien. Dennoch ließ die zuständige Richterin diese Schadensersatzforderungen zu, sodass sie im Prozess geprüft werden.

Der Fall wurde zusätzlich dadurch erschwert, dass Reid zuletzt ohne anwaltliche Vertretung dagestanden hätte: Seine bisherigen Anwälte hatten sich wegen ausstehender Zahlungen zurückgezogen. Ein Gericht bestätigte, dass Reid zeitweise „pro se“, also ohne Anwalt, geführt wurde. Mittlerweile hat er jedoch neue juristische Unterstützung, nachdem der Prozess bereits einmal verschoben wurde.

Drew Dixon ist in der Musikindustrie keine Unbekannte: Sie war auch eine der Frauen, die Russell Simmons öffentlich der Vergewaltigung beschuldigten. Ihre Klage gegen Reid reiht sich damit in eine Serie von Fällen ein, in denen mächtige Musikmanager mit Vorwürfen sexueller Gewalt konfrontiert werden.

Mit dem Prozessbeginn nächste Woche rückt einer der einflussreichsten Figuren der US‑Musikindustrie erneut ins Zentrum einer Debatte über Machtmissbrauch, Sexismus und die Strukturen der Branche. | mit KI

Über Jörg Wachsmuth 2819 Artikel
Jörg Wachsmuth gehört zu den beiden Gründern von rap2soul. Er ist Chefredakteur des Portals. Wachsmuth gehörte zur OffAir-Crew von Kiss FM Berlin, war von 1994 bis 2005 Moderator und Redakteur bei Radio Jam FM und später als Moderator von Radio BHeins in Potsdam (2015 - 2018). Aktuell ist er Chef und Morgenmoderator bei PELI ONE - Dein neues Urban Music Radio. Der ausgebildete PR-Berater und Journalist ist auch Mitglied der Jury 25 "Soul, R&B und Hip Hop" beim Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.

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