Xavier Naidoo in Berlin: Zwischen Comeback, Kritik und Protesten

Er fiel in Ungnade, nun ist er zurück: Xavier Naidoo. Berlin war der nächste Prüfstein seines umstrittenen Comebacks. Am Dienstagabend, den 20. Januar 2026, startete der Sänger seine zweitägige Konzerte in der Hauptstadt in der Uber Arena, heute folgt der zweite Auftritt. Die Erwartungen waren hoch, die Kritik im Vorfeld ebenso. Vor der Arena formierte sich eine kleine, aber deutliche Protestgruppe unter dem Motto „Keine Bühne für Antisemitismus“, angemeldet im Versammlungskalender der Berliner Polizei.

Xavier Naidoo (Foto: O2 World)
Xavier Naidoo (Foto: O2 World)

Die Demonstrierenden erinnerten an Naidoos antisemitische und verschwörungsideologische Aussagen während der Corona-Pandemie, darunter Holocaustleugnung und Reichsbürger-Narrative – Vorwürfe, wegen derer gegen ihn weiterhin Verfahren laufen. Auch Medien wie die Berliner Morgenpost und MOZ beschrieben das Comeback als „umstritten“ und stellten die Frage, ob Naidoos öffentliches Entschuldigungsvideo von 2022 mehr als ein taktischer Schritt war.

Drinnen zeigte sich ein anderes Bild: Die Halle war gut gefüllt, die Stimmung warm, fast nostalgisch. Naidoo verzichtete weitgehend auf politische Statements – ein bewusstes Schweigen, das laut Berliner Morgenpost von vielen Fans als Neustart gelesen wurde. Die Setlist setzte auf Klassiker wie „Dieser Weg“ und „Was wir alleine nicht schaffen“, ergänzt durch Songs seiner aktuellen „Bei meiner Seele“-Tour.

Die Berliner Zeitung betonte, dass die Nachfrage nach Tickets trotz der anhaltenden Kritik groß blieb. Gleichzeitig bleibt die Frage offen, ob Naidoo seinen Imagewechsel glaubhaft leben kann – oder ob die gesellschaftliche Debatte über seine Vergangenheit ihn dauerhaft begleiten wird.

Fest steht: Sein Comeback polarisiert weiterhin. Zwischen Applaus in der Arena und Protesten vor der Tür zeigt sich, wie tief die Brüche sitzen, die seine früheren Aussagen hinterlassen haben. Für viele Fans zählt die Musik – für andere bleibt der Künstler untragbar.

Heute (21.06.2026) findet ein zweites Konzert in Berlin statt, bevor er ab Freitag noch in Stuttgart und dreimal zum Heimspiel in Mannheim antritt. | mit KI

Über Jörg Wachsmuth 2963 Artikel
Jörg Wachsmuth gehört zu den beiden Gründern von rap2soul. Er ist Chefredakteur des Portals. Wachsmuth gehörte zur OffAir-Crew von Kiss FM Berlin, war von 1994 bis 2005 Moderator und Redakteur bei Radio Jam FM und später als Moderator von Radio BHeins in Potsdam (2015 - 2018). Aktuell ist er Chef und Morgenmoderator bei PELI ONE - Dein neues Urban Music Radio. Der ausgebildete PR-Berater und Journalist ist auch Mitglied der Jury 25 "Soul, R&B und Hip Hop" beim Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.

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