Carl Carlton: Funk- und Soul-Legende verstorben mit 72 Jahren

Carl Carlton, der charismatische R&B- und Funk-Sänger, dessen Stimme Generationen von Musikliebhabern prägte, ist am 14. Dezember 2025 im Alter von 72 Jahren gestorben. Sein Sohn Carlton Hudgens II bestätigte den Tod in einem bewegenden Facebook-Post: „RIP Dad, Legend Carl Carlton, Sänger von She’s a Bad Mama Jama. Long hard fight in life and you will be missed.“

Kohlezeichnung von Carl Carlton (KI-Art)
Kohlezeichnung von Carl Carlton (KI-Art)

Geboren am 21. Mai 1952 in Detroit, Michigan, begann Carlton seine Karriere bereits in den 1960er Jahren unter dem Künstlernamen Little Carl Carlton. Inspiriert von Stevie Wonder, der als „Little Stevie Wonder“ bekannt wurde, wollte Carlton mit jugendlichem Charme und starker Stimme die lokale Szene erobern. Erste Erfolge erzielte er mit Singles wie So What und Don’t You Need a Boy Like Me. 1968 unterschrieb er bei Back Beat Records und zog nach Houston, wo er seine Karriere professionalisierte.

Sein Durchbruch kam 1974 mit der Disco-Version von Robert Knights Everlasting Love. Der Song erreichte Platz 6 der Billboard Hot 100 und etablierte Carlton als feste Größe im Soul- und Funk-Kosmos. Jahrzehnte später zählt die Aufnahme zu den meistgestreamten Klassikern ihrer Ära, mit über 25 Millionen Streams allein auf Spotify.

Doch der größte Erfolg folgte 1981: She’s a Bad Mama Jama (She’s Built, She’s Stacked), geschrieben und produziert von Leon Haywood, wurde zu einem globalen Funk-Hit. Der Song hielt sich 21 Wochen in den Billboard-Charts, erreichte Platz 2 der Soul-Charts und brachte Carlton eine Grammy-Nominierung für die beste männliche R&B-Gesangsleistung. Bis heute ist der Track ein Evergreen auf Tanzflächen, in Film-Soundtracks (Miss Congeniality 2, Fat Albert) und TV-Shows (Friends). Mit über 100 Millionen Streams und zahllosen Hip-Hop-Samples – von Foxy Brown bis Flo Milli – bleibt Bad Mama Jama ein kulturelles Statement für Selbstbewusstsein und Stil.

Carltons Diskografie umfasst neben seinen frühen Erfolgen auch Alben wie The Bad C.C. (1982), Private Property (1985), Main Event (1994) und das gospel-inspirierte God Is Good (2010). Letzteres brachte ihm eine Nominierung bei den Detroit Music Awards ein. Trotz gesundheitlicher Rückschläge – insbesondere eines schweren Schlaganfalls 2019 – blieb Carlton eine respektierte Figur der Musikszene. Sein Tod beendet ein Leben, das von Leidenschaft für Musik und einer unverwechselbaren Stimme geprägt war.

Tribute aus der Musikwelt unterstreichen seine Bedeutung: Die Funkgruppe Con Funk Shun schrieb: „Mit schweren Herzen trauern wir um die Legende Carl Carlton. Seine Stimme, sein Talent und seine Beiträge zu Soul und R&B werden für immer Teil unseres Lebens und des Soundtracks so vieler Erinnerungen sein.“ | mit KI

 

Über Jörg Wachsmuth 2819 Artikel
Jörg Wachsmuth gehört zu den beiden Gründern von rap2soul. Er ist Chefredakteur des Portals. Wachsmuth gehörte zur OffAir-Crew von Kiss FM Berlin, war von 1994 bis 2005 Moderator und Redakteur bei Radio Jam FM und später als Moderator von Radio BHeins in Potsdam (2015 - 2018). Aktuell ist er Chef und Morgenmoderator bei PELI ONE - Dein neues Urban Music Radio. Der ausgebildete PR-Berater und Journalist ist auch Mitglied der Jury 25 "Soul, R&B und Hip Hop" beim Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.

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