OutKast verklagen Ovrkast wegen Künstlernamen: Streit um Verwechslungsgefahr eskaliert

rap2soul | Atlanta/Oakland – Das legendäre Hip-Hop-Duo OutKast zieht gegen den kalifornischen Rapper und Produzenten Ovrkast vor Gericht. Die Markenholding High Schoolers LLC, die die Rechte von André 3000 und Big Boi verwaltet, wirft dem Künstler bürgerlich Silas Wilson Markenrechtsverletzung, unlauteren Wettbewerb und Vertragsbruch vor.

Outkast in farbiger Kohle (KI-Art)
Outkast in farbiger Kohle (KI-Art)

Laut der in Georgia eingereichten Klage hatte Ovrkast bereits einer außergerichtlichen Einigung zugestimmt. Demnach sollte er seinen Künstlernamen in „OVERKXST“ ändern und die bisherige Schreibweise nicht mehr verwenden. OutKast behaupten jedoch, dass die vereinbarte Umstellung trotz mehrfacher Fristverlängerungen und einer endgültigen Deadline im Juli 2026 nicht umgesetzt wurde. Deshalb sei nun der Rechtsweg eingeschlagen worden.
Die Kläger verlangen unter anderem ein Verbot der weiteren Nutzung des Namens Ovrkast auf Streaming-Plattformen, Social-Media-Kanälen, Merchandise-Artikeln und Webseiten. Zusätzlich werden Schadensersatz sowie die Herausgabe möglicher Gewinne gefordert.
Brisant ist, dass die Klage auf Aussagen des Rappers selbst verweist. In einem Interview mit Rolling Stone aus dem Jahr 2025 erklärte Ovrkast, dass viele Menschen seinen Namen fälschlicherweise als „OutKast“ lesen oder ihn mit dem berühmten Duo verwechseln. Genau diese Verwechslungsgefahr gilt als zentrales Argument der Markenrechtsklage.
Ovrkast reagierte enttäuscht auf die öffentliche Berichterstattung. Auf Social Media schrieb er: „Ouch“ und ergänzte in einem weiteren Beitrag, er habe gedacht, zwischen ihm und OutKast herrsche gegenseitiger Respekt. Viele Fans stellten sich daraufhin öffentlich auf die Seite des Produzenten und kritisierten die Klage als überzogen.
Für OutKast ist der Fall Teil einer konsequenten Strategie zum Schutz ihrer Marke. Bereits in der Vergangenheit hatte die Gruppe erfolgreich gegen die Nutzung von Namen vorgegangen, die mit ihrem kulturellen Erbe in Verbindung stehen. Nun entscheidet ein US-Gericht darüber, ob Ovrkast seinen Künstlernamen endgültig aufgeben muss.
Quellen: XXL Magazine, The Source, Complex, VICE. | mit KI

Über Jörg Wachsmuth 3751 Artikel
Jörg Wachsmuth gehört zu den beiden Gründern von rap2soul. Er ist Chefredakteur des Portals. Wachsmuth gehörte zur OffAir-Crew von Kiss FM Berlin, war von 1994 bis 2005 Moderator und Redakteur bei Radio Jam FM und später als Moderator von Radio BHeins in Potsdam (2015 - 2018). Aktuell ist er Chef und Morgenmoderator bei PELI ONE - Dein neues Urban Music Radio. Der ausgebildete PR-Berater und Journalist ist auch Mitglied der Jury 25 "Soul, R&B und Hip Hop" beim Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.

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