Kelis – Tasty (weitere Kritik)

„I Hate You So Much Right Now“ schrie Kelis auf ihrem Debüt heraus – vier Jahre später wurden ihr gehörig die Flügel gestutzt. Das Kelis als executive producer genannt wird, dürfte nur mit Höflichkeit begründet werden können.

Die junge Wilde ist zahm geworden und singt brav ihre Strophen für ein Album, auf dem die Sängerin zwar nicht zum schönen Beiwerk degradiert, aber vom jeweiligen Personalstil der Produzenten doch dominiert wird. Und dadurch wird die Platte richtig ,tasty‘: Als Einstieg ein Offbeat-Stomper von Dallas Austin, danach Neptunes ´at their best´ mit „Milkshake“ und alsbald darf ihr Verlobter Nas ran an die Fleischtöpfe („In public“).

Für Abwechslung sorgen OutKasts Andre 3000 mit der Speed-Booty-Nummer „Millionaire“ und deepe soulgetränke Zuarbeiten von Raphael Saadiq. Das die Neptunes einen Schritt zur Seite treten, ist im Sinne von Vielfalt ein Schritt nach vorn. Denn wenn sie produzieren, zaubern Pharrell & Chad Tracks wie „Protect My Heart“ aus dem Hut, denen sofort ein Musikpreis verliehen werden müsste.

„Tasty“ wirkt – obwohl die unterschiedlichsten Produzenten auf dem Spielgerüst klettern – wie eine Single-Kollektion aus einem Guss.

Künstler: Kelis | Album: Tasty | Label: Star Trak / Virgin | VÖ: 5. Dezember 2003

Über Torsten Fuchs 525 Artikel
Torsten Fuchs ist ein Experte der Black Music und bereits früh als Redakteur zu rap2soul gekommen. Torsten schreibt CD-Kritiken für mehrere Magazine. Als Moderator war er für JAM FM tätig, zuvor war er auch bereits bei Radio PSR und als Showhost bei MDR Sputnik. Torsten Fuchs ist Mitglied beim Preis der Deutschen Schallplattenkritik e.V. in der Jury für "Hip Hop, Soul, R&B".