Sido – Aggro Berlin

Der Berliner Rapper Sido meldet sich mit einem neuen Album zurück. Der Titel des Werks „Aggro Berlin“. So hieß auch das Label, mit dem er gewachsenen war. Das Plattenlabel ist Geschichte, hat im April 2009 das Licht ausgeschaltet. Sido selber hat mit dem neuen Longplayer einen Meilenstein des deutschen Hip Hop abgeliefert. So urteilen seine Fans über das Album.

Die erste Single aus der CD hat schon eingeschlagen. Der Song bringt ein Sample aus dem Grips-Theater Musical Linie 1. Der Refrain von „Hey Du!“ ist genau dort entliehen. Sido hatte ein Coming Out, jetzt gestand der Rapper, der immer der Hochhaussiedlung Märkisches Viertel „Mein Block, reicht vom ersten bis zum zwanzigsten Stock“ im West-Berliner Norden zugeordnet wurde, stammt aus dem Ostteil der Stadt.

Er hatte es verschwiegen, weil er als Ossi nicht den Respekt hatte, den er wollte. Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls nun also die Beichte. Überhaupt: Sido ist reifer und erwachsener. Der Mann, der sich einst hinter der Maske versteckte und kurz vor dem Verbot durch den Jugendschutz war hat sich entwickelt, positiv. Das Album ist nicht so wild wie seine Vorgänger. Wer hatten Rap haben will, der ist jetzt bei Sido falsch. Er hat sich in die Mitte der Charts bewegt, ist kommerzieller geworden. Das ist nichts Schlimmes.

Viele Gäste sind auf der CD „Aggro Berlin“ dabei. Herausragend das Lied „Seniorenstatus“ mit Samy Deluxe, genialer Text, genialer Beat. Auch wunderbar „Geburtstag“, Sido erzählt eine Geschichte mit ungeahntem Ausgang. Und dann noch ein witziger Hiddentrack mit Liquid Walker, Greckoe und LAAS Unltd. Zur Abrundung des Werks.

Zusammenfassung und Fazit: Rap lebt, Sido ist älter, Alles wird gut und das neue Album „Aggro Berlin“ ist ein Must Have für Hip Hop Freaks. Nur der Vollbart, Sido, den mag ich nicht so… By the way: Fans von Kurt Krömer werden sich auch freuen, der Neuköllner liefert einige Skits dazu.

Künstler: Sido | Album: Aggro Berlin | Label: Universal | VÖ: 30. Oktober 2009

Über Jörg Wachsmuth 804 Artikel
Jörg Wachsmuth gehört zu den beiden Gründern von rap2soul. Er ist Chefredakteur des Portals. Wachsmuth gehörte zur OffAir-Crew von Kiss FM Berlin, war von 1994 bis 2005 Moderator und Redakteur bei Radio Jam FM und später als Moderator von Radio BHeins in Potsdam (2015 - 2018). Aktuell ist er Chef und Morgenmoderator bei PELI ONE - Dein neues Urban Music Radio. Der ausgebildete PR-Berater und Journalist ist auch Mitglied der Jury 25 "Soul, R&B und Hip Hop" beim Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.

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