Ed Sheeran, Macklemore und der Tour‑Eklat: Promoter, Venues und Solidaritäts‑Boykotte erschüttern US‑Loop‑Tour

Der Konflikt um Macklemores Rauswurf aus Ed Sheerans US‑Loop‑Tour hat sich in den vergangenen Tagen zu einer vielschichtigen Kontroverse entwickelt, in der politische Statements, wirtschaftliche Interessen und Solidaritätsbekundungen kollidieren. Während Macklemore öffentlich erklärte, er sei wegen seiner „Free Palestine“-Aussagen bei den Shows im MetLife Stadium entfernt worden, betont Ed Sheeran nun, die Entscheidung sei nicht von ihm getroffen worden, sondern von Promotern und Stadionbetreibern.

Farbige Kohlezeichnung von Ed Sheeran (Ki-Art)
Farbige Kohlezeichnung von Ed Sheeran (Ki-Art)

Sheeran schildert, dass mehrere Venues – darunter Gillette Stadium‑Eigentümer Robert Kraft – gedroht hätten, die verbleibenden Tour‑Termine abzusagen, sollte Macklemore weiterhin auftreten. Er habe versucht zu vermitteln, Gespräche geführt und sogar Aktivist*innen beider Seiten einbezogen, doch die Entscheidung der Betreiber sei „endgültig“ gewesen. „Ich bin nicht komplitz“, betonte Sheeran und verwies darauf, dass seine Konzerte ein sicherer Raum für Fans aller Hintergründe bleiben sollen.

Die Folgen waren weitreichend: Alle weiteren Opening Acts – darunter FINNEAS, Lukas Graham und Aaron Rowe – zogen sich aus Solidarität zurück, sodass Sheerans US‑Tour plötzlich ohne Vorprogramm dastand.

Macklemore selbst erklärte, Sheeran sei in eine „beschissene Position“ geraten und habe ihm gegenüber eingeräumt, dass die Worte „Free Palestine“ für einige Venue‑Vertreter verletzend gewesen seien. Der Rapper kritisierte, dass die Empörung über seine Aussagen größer sei als die humanitäre Katastrophe in Gaza.

Parallel dazu entfachte die Debatte in sozialen Medien weiter: Schauspielerin Marissa Bode warf Sheeran vor, Macklemore nicht ausreichend verteidigt zu haben, während rechte Accounts Falschmeldungen verbreiteten – etwa die Behauptung, Benjamin Netanyahu werde neuer Tour‑Opener, die sich als Satire herausstellte.

Der Tour‑Eklat zeigt, wie stark politische Statements im Pop‑Mainstream inzwischen mit wirtschaftlichen Risiken verknüpft sind – und wie schnell ein einzelner Moment eine gesamte Tour ins Wanken bringen kann. | mit KI

Über Jörg Wachsmuth 3724 Artikel
Jörg Wachsmuth gehört zu den beiden Gründern von rap2soul. Er ist Chefredakteur des Portals. Wachsmuth gehörte zur OffAir-Crew von Kiss FM Berlin, war von 1994 bis 2005 Moderator und Redakteur bei Radio Jam FM und später als Moderator von Radio BHeins in Potsdam (2015 - 2018). Aktuell ist er Chef und Morgenmoderator bei PELI ONE - Dein neues Urban Music Radio. Der ausgebildete PR-Berater und Journalist ist auch Mitglied der Jury 25 "Soul, R&B und Hip Hop" beim Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.

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