Eigentlich hatte Moses Pelham mit seiner aktiven Laufbahn als Rapper und dem Release seines finalen Albums vor einiger Zeit einen sehr bewussten und vor allem selbstbestimmten Schlussstrich unter seine jahrzehntelange Karriere gezogen. Ein solches geplantes Finale sei für die Integrität und den Respekt vor dem eigenen künstlerischen Gesamtwerk von enormer Bedeutung, betonte der Frankfurter Rap-Pionier wiederholt. Doch wie der 3P-Chef und Branchen-Veteran nun in einem aktuellen Interview im Podcast „Ich nehm’ das Gleiche“ der Badischen Neuesten Nachrichten verriet, lässt ihn die Musik auch im offiziellen Rap-Ruhestand keineswegs gänzlich los.

Überraschenderweise arbeitet Pelham im Hintergrund weiterhin an neuer Musik, tüftelt an frischen Konzepten und produziert fleißig im Studio. Für die treue Anhängerschaft gibt es dabei allerdings einen entscheidenden Haken: Diese neu entstandenen Produktionen sind ausnahmslos für den privaten Gebrauch bestimmt und keinesfalls für eine kommerzielle Veröffentlichung im Handel oder auf den gängigen Streaming-Plattformen vorgesehen. Das Texten und Musikproduzieren erfüllt für den langjährigen Wegbereiter der deutschen Hip-Hop-Kultur vielmehr einen tiefen, fast schon therapeutischen Zweck. Es dient ihm als unverzichtbares Ventil, um Eindrücke zu verarbeiten, Emotionen zu kanalisieren und den kreativen Lebenshunger auszuleben, der seine gesamte Biografie maßgeblich definiert hat.
Während sein Status als aktiver Veröffentlichungskünstler somit vollkommen unangetastet bleibt und das offizielle Kapitel seiner großen Diskographie geschlossen ist, zeigt diese Beichte, dass das kreative Schaffen für den Kopf hinter unzähligen Deutschrap-Meilensteinen tiefer sitzt als jede formelle Entscheidung. Das Tonstudio bleibt für Moses Pelham demnach ein essenzieller Rückzugsort und Raum für persönliche Ausdruckskraft – selbst wenn die Öffentlichkeit an diesen exklusiven, neuen Klängen dieses Mal nicht teilhaben wird. Für sein Wirken im Deutschen Hip Hop wurde Pelham mit der Goehte-Plakette und dem Preis der deutschen Schallplattenkritik für sein Lebenswerk ausgezeichnet. | mit Ki
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