Im Interview: Adam Tensta verteilt QR-Codes zum Album „Scared Of The Dark“

Adam Tensta (Foto: rap2soul)
Adam Tensta (Foto: rap2soul)

In Schweden ist Rapper Adam Tensta eine Größe. Bereits vor zwei Jahren hat er sein Album „Scared Of The Dark“ veröffentlicht. Jetzt will er auch in Deutschland und Österreich durchstarten. „Are You Scared Of The Dark?“ fragt er und verteilt überall in der Republik QR-Codes mit denen man das Album kostenlos herunterladen kann. Code suchen, Musik bekommen. In Berlin hat rap2soul-Chefredakteur Jörg Wachsmuth Adam Tensta getroffen. 4. Stock, Hinterhaus, Moabit.

rap2soul: Bist Du zum ersten Mal in Deutschland?

Jörg Wachsmuth, Adam Tensta (Foto: rap2soul)
Jörg Wachsmuth, Adam Tensta (Foto: rap2soul)

Adam Tensta: Nein, ich war schon einige Male in Deutschland. Aber es ist das erste Mal, dass ich ein Album promote und die „Scared Of The Dark“- Kampagne vorstelle.  Ich war schon mal hier und ich freue mich wieder da zu sein.

rap2soul: Dein Album ist ja eigentlich schon 2 Jahre alt, nun kommt es endlich Deutschland. Dazu kostenlos über diese QR-Code-Geschichte…

Adam Tensta: Ja, es ist die Geschichte meines Lebens. Wenn du deine Musik unabhängig veröffentlichen willst musst du manchmal einen Schritt zurück wagen. Jetzt ist es überall veröffentlicht und es ist neu für alle, die es noch nicht gehört haben. Darum wollten wir es machen.

rap2soul: Erzähl mir mehr über diese QR-Code-Sache…

Adam Tensta: Es geht in erster Linie darum offen zu sein für neue Wege um Musik zu vertreiben. Wir bieten den Menschen den neuen technischen Weg um ein online vertriebenes Produkt zu promoten.  Das mag ich an diesem Projekt. Es verbindet die Online-Technik und Online-Welt mit der Möglichkeit die QR-Codes an den verschiedenen Orten zu finden. Nur wenn du nach den Spots suchst, dann wirst du sie als Belohnung finden. Du musst auf der Webseite schauen und dann den QR-Code finden. Damit wird die Online-Welt mit dem realen Leben verbunden.

rap2soul: Wie viele von diesen Spots gibt es denn?

Adam Tensta: Über 400 Spots in ganz Deutschland. Du besuchst einfach scared-of-the-dark.de und dann klickst du auf den, der am dichtesten an deiner Stadt ist. Es sind unterschiedliche Orte. Wir wollten eine breite Auswahl von verschiedenen Locations. Sie sind in einigen Läden, bei Friseuren, einige Kunstorte, verschiedene Orte überall in den Straßen.

rap2soul: Hast Du die Orte alle selber ausgewählt…

Adam Tensta (Foto: rap2soul)
Adam Tensta (Foto: rap2soul)

Adam Tensta: Ich hab erklärt welche Orte ich nicht will. Das waren nicht viele Orte. Ich habe dem Street-Team der Agentur vertraut.

rap2soul: Zurück nach Schweden. „Scared Of The Dark“ ist dort bereits dein zweites Album. Wie bist Du zum Hip Hop gekommen, wie fing alles an?

Adam Tensta: Das erste Mal, dass ich Hip Hop Musik gehört habe, war als mein älterer Bruder Nas, Mobb Depp und so gespielt hat. 1994 und 1995, die Menschen nannten es die goldene Zeit des Hip Hop. Hip Hop in New York war es, von wo der Hip Hop kam. Ich hörte es eine ganze Weile, bevor ich damit selber anfing. Ich wollte ein wenig so sein wie sie, ich hatte eine Geschichte zu erzählen. Ich wollte aus unserem Kiez berichten und ihn respektieren. Ich hab nicht damit gerechnet, dass es so groß wird. Überall in der Welt hören die Menschen Hip Hop.

rap2soul: In Deutschland wird eine ganze Menge inzwischen in Deutsch gerappt. Wie sieht es in Schweden aus. Ist da Schwedisch angesagt oder doch nur Englisch, zumal in Schweden das Englisch besser ist als in Deutschland.

Adam Tensta: Ja, das ist richtig. Hip Hop ist in Schweden, in Skandinavien gestartet, als es auch in Deutschland gestartet ist. Wenn man sich Hip Hop anschaut in Schwedisch und englischen Hip Hop aus Schweden, dann machen es auch einige in Schwedisch. Es ist also ähnlich. Die Märkte sind ähnlich, nur dass Deutschland der größere Markt ist. Vielleicht kommerzieller und mit einem größeren Anteil in der Kultur.

rap2soul: Gibt es Künstler, die Du zu deinen Vorbildern zählst, die deine Musik beeinflussen?

Adam Tensta: Ich mache die Musik so, wie ich sie mir vorstelle. Möglichst mit wenig Einflüssen von anderen Künstlern. Ich möchte mich nicht anhören wie Hip Hop in der 1990ern, ich will mich nicht anhören wie Hip Hop zum Millennium. Ich möchte so klingen, wie ich klinge, heute. Der erste den ich gehört hatte war Bob Marley. Ich versuche mich nicht beeinflussen zu lassen. Aber um Künstler zu nennen, die ich höre, dann sind da Nas, Mobb Depp, Biggie, Outkast, Bob Marley, Dinge wie diese. Aber auch Dance-Musik wie Dr. Alban oder Leila K.

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Jörg Wachsmuth gehört zu den beiden Gründern von rap2soul. Er ist Chefredakteur des Portals. Wachsmuth gehörte zur OffAir-Crew von Kiss FM Berlin, war von 1994 bis 2005 Moderator und Redakteur bei Radio Jam FM und später als Moderator von Radio BHeins in Potsdam (2015 - 2018). Aktuell ist er Chef und Morgenmoderator bei PELI ONE - Dein neues Urban Music Radio. Der ausgebildete PR-Berater und Journalist ist auch Mitglied der Jury 25 "Soul, R&B und Hip Hop" beim Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.

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