Digitaler Musikverkauf gewinnt weiter an Bedeutung

Noch nicht ganz, aber fast erreichten die Umsätze aus digitalem Musikverkauf 2010 global betrachtet die Marke von 30 Prozent. Damit gewinnt der digitale Musikverkauf erneut an Bedeutung.

Die aktuellen Zahlen der Musikindustrie zeigen allerdings auch, dass noch mehr als zwei Drittel der Umsätze nicht „digital sind“, der Verkauf physischer Tonträger immer noch dominiert. In Deutschland fällt das Wachstum bei den Download-Verkäufen erneut hoch aus, die Umsätze steigen. Dennoch sind physische Tonträger wie CDs weiterhin deutlich bedeutender. Ein großes Problem stellen zudem immer noch die Raubkopien von Songs und Alben dar. Nach Meinung der Musikindustrie engagieren sich die Politiker noch viel zu wenig im Kampf gegen illegale Song-Verbreitung.

Der Bundesverband Musikindustrie schreibt diese Woche in einer Presseinformation:

>>Die Umsatzsteigerung des Musikverkaufs von Digital-Angeboten kratzte im Jahr 2010 weltweit an der 30-Prozent-Marke. Geschätzte 4,6 Milliarden US-Dollar wurden laut Digital Music Report 2011 (DMR), der heute von der International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) veröffentlicht wurde, weltweit mit Musik online umgesetzt. Der Report fasst jährlich die Gesamtverkäufe des digitalen Musikgeschäfts aus den Bereichen Downloads, Abo-Angebote und werbefinanzierte Online-Services auf PC und Mobiltelefon zusammen. Der Anteil digitaler Online-Geschäfte am Handelsumsatz der Music-Entertainment-Companies wuchs um weitere sechs Prozentpunkte auf insgesamt 29 Prozent. Mittlerweile können Musikliebhaber weltweit auf über 400 lizenzierte Online-Dienste zurückgreifen und aus über 13 Millionen Songs auswählen.

In Deutschland wird für das Jahr 2010 erneut ein Wachstum im Digitalmarkt (Umsätze aus reinen À-la-carte-Downloadgeschäften ohne Realtones) von 33,2 Prozent erwartet. Laut Angaben von media control/GfK wächst der Umsatzanteil dieser Online-Verkäufe 2010 um weitere drei Prozentpunkte auf insgesamt elf Prozent am Gesamtumsatz. Deutschland verfügt im internationalen Vergleich immer noch über einen starken physischen Tonträgermarkt und weist dadurch einen vergleichsweise niedrigen Digitalanteil auf. Der heimische Download-Markt verzeichnet für 2010 das höchste Umsatzplus von 36,7 Prozent im Bereich der Bundles (Alben) und 28,8 Prozent im Bereich der Single-Tracks.

Trotz dieser Entwicklungen behindert die Internetpiraterie massiv das Entwicklungspotenzial weiterer Geschäftsmodelle im Internet und wirkt sich weiterhin negativ auf Arbeitsplätze, neue Investitionen in weitere Online-Angebote, Künstler sowie Musik und das Gesamtangebot aus. Die TERA-Studie prognostiziert in diesem Zusammenhang, dass bis zum Jahr 2015 allein in Europa 1,2 Millionen Arbeitsplätze in der Kreativwirtschaft gefährdet sind, wenn keine Maßnahmen zur Bekämpfung von Musiktauschbörsen und Sharehostern ergriffen werden. Udo Lindenberg kommentiert die derzeitige Situation folgendermaßen: „Ein Volk ohne Kultur versinkt in Schutt und Asche und totaler Bildungslosigkeit. Liebe Freunde, das wollen wir doch für unsere tolle BunteRepublikDeutschland auf gar keinen Fall. Irgendwo müssen doch die neuen Dichter, Denker und Erfinder herkommen. Die jungen Texter und Musiker müssen natürlich von was leben, also klaut denen nicht ihre Lizenzen und Tantiemen, wenn es ihnen mal gelingt einen Song herauszubringen. Fair bleiben, Freunde, klaut nix im Internet. Die kommenden Kids müssen ja auch von irgendetwas leben.“ Die Verkäufe debütierender Künstler in den weltweiten Album-Top 50 machten 2010 nur noch ein Viertel des 2003 erreichten Volumens aus. Darüber hinaus brechen traditionelle Märkte wie in Spanien oder Mexiko um weitere 22 Prozent stark ein. Das geht aus dem am Donnerstag in London veröffentlichten DMR 2011 hervor, der als PDF-Dokument unter hier kostenlos heruntergeladen werden kann.

„Zu Beginn des Jahres 2011 bleibt die Onlinepiraterie und der Mangel an fehlender Bereitschaft der Politik, die Durchsetzung von Urheberrechten weiter voranzutreiben, die größte Bedrohung für die Zukunft der Kreativbranchen. Es existieren bereits weltweit großartige legale Musikangebote, die es Verbrauchern ermöglichen, Musik legal und günstig zu beziehen. Aber diese Angebote befinden sich in einem hart umkämpften Markt, der massiv durch illegale Angebote im Netz torpediert wird. Onlineangebote werden nicht lange existieren können, wenn keine zusätzlichen Maßnahmen gegen das grundsätzliche Problem von Urheberrechtsverletzungen ergriffen werden“, so Frances Moore, CEO der IFPI in London.<<

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.




* Diese DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld. Dieses Formular speichert den von Dir angegebenen Namen (Du kannst anstelle Deines echten Namens gerne ein Pseudonym verwenden!), die E-Mail-Adresse sowie den Inhalt (Deinen Kommentartext), damit wir den Überblick über auf dieser Website veröffentlichte Kommentare behalten. Für detaillierte Informationen, wo, wie und warum wir deine Daten speichern, wirf bitte einen Blick in unsere Datenschutzerklärung.