Eko Fresh beansprucht komplette Autorenschaft an Bushido‑Klassiker

Ein Blick hinter die Kulissen einer der prägendsten Deutschrap‑Partnerschaften – Eko Fresh hat in einem ausführlichen Gespräch mit Rechtsanwalt Christian Solmecke erstmals offen bestätigt, dass zentrale Bushido‑Klassiker vollständig aus seiner Feder stammen. Besonders brisant: Beim Erfolgsalbum „Von der Skyline zum Bordstein zurück“, das Platin holte und 2007 mit dem Echo ausgezeichnet wurde, reklamiert Eko Fresh den kompletten Text für sich. „Die habe ich alle geschrieben“, sagt er im Interview – eine Aussage, die die langjährigen Ghostwriting‑Gerüchte endgültig ins Rampenlicht rückt.

Eine farbige Kohlezeichnung von Eko Fresh (KI-Art)
Eine farbige Kohlezeichnung von Eko Fresh (KI-Art)

Der Kölner Rapper beschreibt die damalige Zusammenarbeit als klar strukturierte Arbeitsteilung: Bushido mietete ihm eine Suite im Hotel in Köln-Deutz, Produzent Kingsize arbeitete an den Beats, während Eko Fresh die Songs schrieb und sie Bushido abends vorgerappt habe. Jede Zeile sei vorgegeben gewesen, betont er – inklusive Timing und Flow. Für Eko sei es eine Phase gewesen, in der er und sein Team „einfach Kunst gelebt“ hätten. Persönliche Angriffe vermeidet er bewusst: Er wünsche Bushido, „dass er seinen Frieden findet“.

Die Enthüllungen knüpfen an die Diskussionen an, die Eko bereits mit seiner Single „PARA PARA“ ausgelöst hatte. Dort deutete er erstmals offen an, Bushidos Gold‑Hits geschrieben zu haben. Auch andere Quellen wie BlackBeats.FM bestätigen, dass Eko Fresh die Debatte um Autorschaft und Anerkennung im Deutschrap neu entfacht hat. Besonders im Fokus steht erneut „Von der Skyline zum Bordstein zurück“, dessen prägende Message und Texte laut Eko maßgeblich von ihm stammen.

Warum er erst jetzt spricht, begründet Eko mit Verjährung und einem „Gentlemen’s Agreement“, das aus seiner Sicht abgelaufen sei. Bushido habe seine letzte Tour und sein letztes Album angekündigt – für Eko sei damit der richtige Zeitpunkt gekommen, die gemeinsame Geschichte transparent zu machen. Die Szene reagiert gespalten: Während einige die Offenheit feiern, werfen andere Fragen nach Credits, GEMA‑Einnahmen und Fairness im Musikgeschäft auf. Sicher ist: Diese Aussagen werden die Diskussion um Ghostwriting im Deutschrap nachhaltig prägen.

Über Jörg Wachsmuth 3663 Artikel
Jörg Wachsmuth gehört zu den beiden Gründern von rap2soul. Er ist Chefredakteur des Portals. Wachsmuth gehörte zur OffAir-Crew von Kiss FM Berlin, war von 1994 bis 2005 Moderator und Redakteur bei Radio Jam FM und später als Moderator von Radio BHeins in Potsdam (2015 - 2018). Aktuell ist er Chef und Morgenmoderator bei PELI ONE - Dein neues Urban Music Radio. Der ausgebildete PR-Berater und Journalist ist auch Mitglied der Jury 25 "Soul, R&B und Hip Hop" beim Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.

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