Milliarden Fake-Streams bei Drake? RBX verklagt Spotify – Streaming-Skandal erschüttert die Branche

UPDATE | Ein brisanter Rechtsstreit erschüttert die Musikindustrie: Der US-Rapper RBX, bekannt durch seine Zusammenarbeit mit Dr. Dre und Snoop Dogg, hat Spotify wegen angeblich milliardenfacher Fake-Streams verklagt. Laut der Sammelklage, die Anfang November beim Bundesgericht in Kalifornien eingereicht wurde, soll der Streaming-Gigant über Jahre hinweg automatisierte Bot-Accounts geduldet haben, die insbesondere die Streamingzahlen von Superstar Drake künstlich in die Höhe trieben. In der Zwischenzeit hat sich auch Spotify zu Wort gemeldet, ein entsprechendes Statement liegt der Redaktion von rap2soul vor.

Spotify Logo | Bild: Spotify Ltd

RBX, mit bürgerlichem Namen Eric Dwayne Collins, wirft Spotify vor, durch diese Praxis legitime Künstler um Millionen an Tantiemen gebracht zu haben. Die Klage stützt sich auf Datenanalysen, die zeigen sollen, dass Drakes Musik zwischen Januar 2022 und September 2025 rund 37 Milliarden unechte Streams erhalten habe. Besonders auffällig: Einige Accounts sollen 23 Stunden täglich ausschließlich Drake gehört haben – ein klares Indiz für Bot-Nutzung.

Spotify weist die Vorwürfe zurück und betont, man investiere stark in Anti-Fraud-Systeme. Dennoch bleibt die Kritik laut: Das aktuelle Vergütungsmodell verteilt Einnahmen proportional zur Gesamtzahl der Streams. Werden diese durch Bots manipuliert, profitieren Stars wie Drake überproportional, während kleinere Künstler leer ausgehen.

Die Klage könnte weitreichende Folgen haben. Sollte das Gericht der Sammelklage zustimmen, könnten sich über 100.000 Rechteinhaber anschließen. RBX fordert nicht nur Schadensersatz, sondern auch Transparenz und eine Reform des Vergütungssystems.

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf ein strukturelles Problem der Branche: Die Intransparenz und Manipulierbarkeit von Streamingzahlen gefährden die Fairness im digitalen Musikmarkt.

Ob Drake selbst involviert war, bleibt unklar – die Klage richtet sich ausschließlich gegen Spotify. Doch der Vorwurf, dass Fake-Streams gezielt eingesetzt werden, um Charts und Einnahmen zu manipulieren, dürfte die Diskussion über die Zukunft des Streamings neu entfachen. Aber auch bei Platten- und CD-Verkäufen gab es Manipulationsversuche und Vorwürfe um Charts-Platzierungen zu erreichen.

In der Zwischenzeit hat sich auch Spotify zu Wort gemeldet und sich zu den Vorwürfen geäußert. Unserer Redaktion wurde das folgende Statement zugespielt: „Diese Beschwerde hat keine Grundlage. Spotify profitiert nicht von künstlichem Streaming – eine branchenweite Herausforderung, gegen die wir mit modernster Erkennungstechnik aktiv vorgehen. Sobald manipulierte Streams identifiziert werden, vergüten wir weder die jeweiligen Streams noch zählen wir diese mit. Unsere Systeme funktionieren: Im vergangenen Jahr kam es zu einer Anklage gegen eine Person, die verschiedene Streaming-Dienste um insgesamt zehn Millionen US-Dollar betrogen hat – davon entfielen lediglich 60.000 US-Dollar auf Spotify.“

Das sogenannte künstliche Streaming stellt also eine Herausforderung für die Streamingdienste da, der man sich aber, wie hier bei Spotify, erfolgreich gestellt hat. Auf einer speziellen Seite informiert Spotify auch Künstler über die Maßnahmen, die der Streaminganbieter in diesem Zusammenhang ergreift. | mit Ki

Über Jörg Wachsmuth 2812 Artikel
Jörg Wachsmuth gehört zu den beiden Gründern von rap2soul. Er ist Chefredakteur des Portals. Wachsmuth gehörte zur OffAir-Crew von Kiss FM Berlin, war von 1994 bis 2005 Moderator und Redakteur bei Radio Jam FM und später als Moderator von Radio BHeins in Potsdam (2015 - 2018). Aktuell ist er Chef und Morgenmoderator bei PELI ONE - Dein neues Urban Music Radio. Der ausgebildete PR-Berater und Journalist ist auch Mitglied der Jury 25 "Soul, R&B und Hip Hop" beim Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.

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