Kanye Wests öffentlicher Entschuldigungsbrief: Zwischen Reue, Krankheit und Verantwortung

Kanye West – inzwischen Ye – hat erneut öffentlich um Verzeihung gebeten. In einem ganzseitigen offenen Brief im Wall Street Journal erklärt er seine antisemitischen Ausbrüche der vergangenen Jahre, distanziert sich klar von Nazi-Ideologie und führt seine Entgleisungen auf eine Kombination aus bipolarer Störung und Spätfolgen eines Autounfalls im Jahr 2002 zurück.

Kanye West (Foto: Promo)
Kanye West (Foto: Promo)

Der Brief trägt den Titel „To Those I’ve Hurt“ und ist sowohl an die jüdische als auch an die Black Community gerichtet. Ye beschreibt darin eine „viermonatige manische Episode“ Anfang 2025, in der er psychotisches, paranoides und impulsives Verhalten gezeigt habe. Er betont, dass er in dieser Phase „den Bezug zur Realität verloren“ habe und viele seiner Handlungen heute wie eine „außerkörperliche Erfahrung“ wirkten. Besonders seine Hinwendung zu Nazi-Symbolik – darunter der Verkauf von T-Shirts mit Hakenkreuzen – bezeichnet er als tief bedauerlich.

Zentral in seinem Schreiben ist die Erklärung, dass eine unerkannte Verletzung des rechten Frontallappens seines Gehirns – Folge des Autounfalls von 2002 – erst 2023 diagnostiziert wurde. Diese habe maßgeblich zu seiner bipolaren Störung beigetragen. Ye beschreibt eindringlich, wie die Krankheit sein Urteilsvermögen verzerrte: Man fühle sich „mächtig, sicher, unaufhaltsam“, während man in Wahrheit die Kontrolle verliere.

Trotz dieser Hintergründe betont Ye, dass seine Erkrankung keine Entschuldigung sei. Er übernehme Verantwortung, befinde sich in Behandlung und wolle „echte Veränderung“. Gleichzeitig bittet er um Geduld und Verständnis, während er seinen Weg zurück ins Leben suche. Seine Energie wolle er künftig in „positive, sinnvolle Kunst“ stecken.

Ob diese erneute Entschuldigung – eine von mehreren seit 2023 – als glaubwürdiger Wendepunkt wahrgenommen wird, bleibt offen. Doch Ye zeigt sich entschlossen, die Konsequenzen seiner Vergangenheit anzuerkennen und einen neuen Anfang zu wagen. | mit KI

Über Jörg Wachsmuth 2891 Artikel
Jörg Wachsmuth gehört zu den beiden Gründern von rap2soul. Er ist Chefredakteur des Portals. Wachsmuth gehörte zur OffAir-Crew von Kiss FM Berlin, war von 1994 bis 2005 Moderator und Redakteur bei Radio Jam FM und später als Moderator von Radio BHeins in Potsdam (2015 - 2018). Aktuell ist er Chef und Morgenmoderator bei PELI ONE - Dein neues Urban Music Radio. Der ausgebildete PR-Berater und Journalist ist auch Mitglied der Jury 25 "Soul, R&B und Hip Hop" beim Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V.

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