Teena Marie – Congo Square

Teena Marie gehört zu den Künstlerinnen, die man echten Black Music Fans wirklich nicht vorzustellen braucht. Ihr neues Album „Congo Square“ ist bereits ihr 13. Studioalbum in ihrer 30-jährigen Karriere seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Wild and Peaceful“ auf Motown im Jahr 1979.

Zu diesem Jubiläum passt, dass die bemerkenswerte Teena Marie nach ihrem Wegggang von Cash Money Records, wo sie zuletzt im Jahr 2006 mit „Sapphire“ und 2004 mit „La Dona“ ebenfalls großartige Longplayer veröffentlichte, nun beim legendären, vor allem für Southern Soul und Memphis Soul bekannten Traditionslabel Stax Records angekommen ist.

Diesmal fasziniert Teena Marie mit einem noch breiteren stilistischen Mix als bei den genannten Vorgängern: „Congo Square“ besteht aus 16 Tracks mit Soul, R&B, Jazz, Blues und selbstverständlich Funk. Der 2004 verstorbene Rick James ist nach wie vor ein Quell der Inspiration für Teena Marie. Für eine Künstlerin, deren Songs so oft in Form von Samples das Fundament von Hip-Hop-Songs waren, ist überraschend, dass sie nicht mehr Rapper auf ihrem Album zu Gast hat.

Wie gut einige Raps zum Sound auf „Congo Square“ passen, beweist schließlich der Song „Milk N‘ Honey“, auf dem neben Teena Maries Tochter Rose LeBeau die Ehefrau von West Coast Rapper Kurupt, Gail Gotti, zu hören ist. Mehr Funk und weniger Auto-Tune (wieso muss das selbst auf einem Teena Marie-Album überhaupt sein?!), dann wäre das einer der besten Tracks des Albums. So gehört er leider zu den schwächeren Songs.

Die weiteren Gäste auf „Congo Square“ sind demgegenüber berühmt: Auf dem Titeltrack wird sie von George Duke mit seinem Jazz Trio unterstützt, was dem Ganzen eine relaxt-jazzige Note verleiht. So sehr dieser groovige Song mit seinen gesangsfreien Stellen dazu einlädt, sich ganz seinem Flow hinzugeben, lohnt sich doch hier ganz besonders das Zuhören, denn in den Lyrics von „Congo Square“ erzählt Teena Marie von der Geschichte dieses für die afro-amerikanische Kultur so wichtigen Platzes mitten im Louis Armstrong Park von New Orleans.

Die Raps von MC Lyte auf „The Pressure“, mit dem Teena Marie ihr neues Album eröffnet, klingen ebenfalls ziemlich entspannt, etwas mehr Druck hätte es schon sein dürfen! Auf der ersten Single „Can’t Last A Day“ harmoniert Teena Marie ebenfalls sehr gut mit der von ihr sehr geschätzten Faith Evans. Bei beiden Tracks geht die Harmonie für meinen Geschmack jedoch zu weit, Howard Hewett ergänzt Teena Marie beim Slow Jam „Lover’s Lane“ weit besser. Im Vergleich kommt bei mir die Frage auf, wozu es auf „The Pressure“ und „Can’t Last A Day“ überhaupt Gäste gibt, Teena Marie hätte die Songs alleine fast genau so klingen lassen können. Und das bei derart fantastischen Gastkünstlern, Verschwendung!

Beim Lied „Soldier“ erhält Teena Marie Unterstützung durch Shirley Murdock; es ist musikalisch besonders an der Stelle interessant, wo ein gesprochenes Vaterunser einem Sprechgesang vorausgeht. Noch ungewöhnlicher für europäische Black Music Fans ist natürlich, dass die Künstlerin das Lied den amerikanischen Soldaten, die sich auf Auslandseinsätzen befinden, widmet.

Während viele erfolgreiche Songs aus den Charts der letzten Jahre vor allem die Handschrift ihrer Produzenten tragen, was es den Künstlern erschwert, ein eigenes musikalisches Profil zu entwickeln, hat Teena Marie alle 16 Tracks ihres neuen Albums selbst geschrieben und produziert. Jeder ihrer Songs auf „Congo Square“, sagt sie, komme ihr vor wie von einem jeweils anderen ihrer Lieblingskünstler inspiriert, wobei sie Namen von Rick James, Billie Holiday über Marvin Gaye, Curtis Mayfield, The Emotions bis Ice Cube und Kanye West nennt.

FAZIT: Mit „Congo Square“ gelingt es Teena Marie, die inzwischen sogar einen eigenen WebTV Channel hat, einmal mehr, die richtige Balance zwischen ihrer eigenen musikalischen Geschichte und aktuellen Entwicklungen von Black Music zu finden, wobei sie ganz klar ihrem Stil treu bleibt. Obwohl die erste Hälfte der Songs auf „Congo Square“ relativ modern und der (noch schönere) Rest wie eine Verbeugung vor der Black Music-Geschichte klingt, handelt es sich bei ihrem Stax-Debüt um ein lobenswert eigenständiges Werk.

Künstler: Teena Marie | Album: Congo Square | Label: Stax Records | VÖ: 9. Juni 2009 | Album des Monats: Juli 2009

1 Kommentar

  1. Rather interesting. Has few times re-read for this purpose to remember. Thanks for interesting article. Waiting for trackback

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