Tricky „False Idols“

TrickyTricky hat ein Meisterstück gedrechselt, das unweigerlich an „Maxinquaye“, sein erstes großes Epos von 1995, erinnert. Kein Wunder, dass es in diesem Sommer zum Kritikerliebling in Deutschland avancierte. Die Songs sind wieder im Spannungsfeld zwischen TripHop, R&B und Dub verdrahtet. Von Beginn an – der Opener ist ein groovendes Cover des Patti-Smith-Stücks „Somebody’s Sins“ – bis zum letzten Akkord fasziniert dieses Album, das für Tricky zugleich eine Wegmarke bedeutet. Er hat damit das gleichnamige Label „False Idols“ ins Leben gerufen, und er führt gute Gründe für den Titel an:

„Die Leute hängen an den Lippen der Stars und Sternchen. Sie informieren sich über jeden Schritt, den diese machen, über die banalsten Dinge, die sie tun. Leute, wacht auf. Führt euer eigenes Leben. Dieser ganze Mist – das sind die ,False Idols‘.“

Im Angesicht des Fernsehverbrechens „Promi Big Brother“, das uns in diesen Tagen quält, könnte Trickys Appell unredigiert in die TV-Kritiken kopiert werden. Für „False Idols“ erhielt der Musiker soeben einen Platz auf der Bestenliste des Preises der Deutschen Schallplattenkritik (PdSK).

 

Tricky

 False Idols

!K7 Records / Vertrieb: Alive

 

Über Torsten Fuchs 528 Artikel
Torsten Fuchs ist ein Experte der Black Music und bereits früh als Redakteur zu rap2soul gekommen. Torsten schreibt CD-Kritiken für mehrere Magazine. Als Moderator war er für JAM FM tätig, zuvor war er auch bereits bei Radio PSR und als Showhost bei MDR Sputnik. Torsten Fuchs ist Mitglied beim Preis der Deutschen Schallplattenkritik e.V. in der Jury für "Hip Hop, Soul, R&B".

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